Dem Drang nach Norden folgend, werden in diesem Jahr mehr Schüler und Studenten als sonst nach England fahren. Für die, die eine Fahrrad- oder Trampfahrt planen, folgen hier ein paar Hinweise:

Für sie gibt es mehrere Möglichkeiten, über den Kanal zu setzen. Für etwa fünfzig Mark (Hin- und Rückfahrt) kann man samt Fahrrad die Wagenfähre von Ostende nach Dover benutzen. Die Überfahrt dauert etwa drei Stunden. Wer länger auf See sein will – und auch mehr bezahlen will – kann sich in Hoek van Holland nach Harwich einschiffen.

Jugendliche Besucher Großbritanniens, die in Jugendherbergen übernachten wollen, sollten Mitglied des deutschen Jugendherbergsverbandes sein; die Mitgliedskarte (drei Mark) wird in allen englischen Herbergen anerkannt. Im Verhältnis zu Deutschland ist die Übernachtungsgebühr hier ziemlich hoch: Drei Schillinge (fast 1,80 Mark) hat der Wanderer über 16 Jahre zu zahlen; dafür sind freilich die meisten Übernachtungsstätten recht komfortabel ausgerüstet. Indessen sollte niemand vergessen, daß Englands Herbergen täglich von 10 bis 17 Uhr und einmal in der Woche den ganzen Tag geschlossen sind. Diese besonderen Tage sind aus dem amtlichen Verzeichnis des englischen Jugendherbergsverbandes zu erfahren, das man sich vorher bei der Youth Hostels Association (YHA), Trevlyan House, 8, St. Stephen’s Hill, St. Albans, Herts. England, zum Preise von etwa einer Mark besorgen kann.

In London, das für die meisten den Höhepunkt einer Englandfahrt bildet, gibt es drei Herbergen; sie sind fast das ganze Jahr über geöffnet. Da ist zuerst Earls Court; sie ist bis Mitternacht offen, die Übernachtung kostet 2,40 Mark. Etwas teurer ist die Herberge Hollandpark. Am Stadtrand von London liegt schließlich Highgate – eine Unterkunft mit geringerer Kapazität; sie ist im Gegensatz zu den beiden anderen einmal in der Woche geschlossen.

Da alle Herbergen in London immer ziemlich stark belegt sind, ist es ratsam, sich möglichst zwei oder drei Wochen vorher anzumelden. Außerdem müssen alle Gäste wissen, daß die Dauer des Aufenthalts beschränkt ist: Vier Nächte dürfen in allen Jugendherbergen Londons nur zugebracht werden. Der abreisende Gast darf sich übrigens nicht wundern, wenn der Herbergsvater ihn am Abreisetag auffordert, noch verschiedene Arbeiten zu verrichten. So sucht der „Warden“ in Cambridge gelegentlich Hilfe beim Heckenschneiden. Die Hecke ist etwa 70 Meter lang. j. w.