Unter den sozialen Aufwendungen des Bundes – in diesem Jahr rund 18 Milliarden DM – sind die Zuschüsse an die Rentenversicherungen mit rund 7,5 Milliarden DM der größte Einzelposten. Sie werden, wenn an der durch die Reformgesetze von 1957 geschaffenen Lage nichts geändert wird, auch in der Zukunft weiterhin stark erhöht werden müssen. Immer mehr zeigt sich, daß die Skeptiker doch recht behalten, die schon vor sieben Jahren voraussagten, die gegenwärtige Konstruktion der Rentenversicherung müsse zu unerträglichen Belastungen für die Versicherten, die Arbeitgeber und nicht zuletzt die Steuerzahler (das heißt also für die gesamte Bevölkerung) führen.

Macht man sich Gedanken über eine sinnvolle staatliche Altersversorgung, so muß die Entwicklung über vier oder fünf Jahrzehnte hinweg betrachtet werden. Die Politiker denken aber immer nur von einer Vierjahreswahlperiode zur anderen. Nur so ist es zu erklären, daß jetzt vorgeschlagen worden ist, die Versicherungspflichtgrenze von 1250 DM Monatsverdienst auf 1800, 2000 oder gar 2500 DM zu erhöhen. Täte man das, so würden die Beitragseinnahmen der Versicherungsträger zunächst gewiß sichtbar steigen! und die dunklen Wolken über ihrer nächsten finanziellen Zukunft würden vorerst etwas verscheucht werden.

Doch das dicke Ende käme nach: Der weitaus größte Prozentsatz der Bezieher von Einkommen dieser Größenordnung zählt heute 50 und noch mehr Jahre. Das heißt aber, daß in relativ wenigen Jahren relativ hohe Renten an diesen Kreis von Versicherten gezahlt werden müßten, und daß damit die Finanzlage der Rentenversicherungen noch schwieriger würde. Aber was kümmert die Beführworter einer solchen Erhöhung der Pflichtgrenze, was in der übernächsten Wahlperiode oder noch später geschieht. ehk.