Kneifen verboten?

Gekniffen zu werden, ist in manchen Landen für manche Leute ein Souvenir, das man erlebt haben muß, Dies nicht ahnend, tat die italienische Regierung ganz offenbar etwas Verheerendes. Um den Ruf als ein ordentliches Land zu fördern, in dem brave Einwohner nett zu den braven Gästen sind, untersagte sie den Pappagalli, frech zu sein. Die „Papageien“ – alerte junge Männer zwischen achtzehn und achtzig, die sich nach mancher Leute Meinung jungen fremden Frauen unschicklich nähern, sie schmeichelnd und auch handgreiflich verehren –, die „Papageien“ haben Unterstützung von ihren Opfern bekommen. Der Verband amerikanischer Frauen in Rom hat in einem Brief an die Regierung protestiert. Im römischen „Daily American“ stand die Erklärung: „Wenn die Amerikanerin nach Hause kommt, wird sie nicht zuerst gefragt, wie ihr die Sixtinische Kapelle gefallen habe, sondern: ‚Sind Sie gekniffen worden?‘ “

Ein tolles Zeitalter

Das muß ein tolles Zeitalter gewesen sein; dieses Zeug sieht nach elender Schweißtreiberei aus. Dies bemerkte stöhnend der 23jährige Leutnant Ralph Cowdy, der als Lanzenreiter dabei mitwirken soll, mittelalterliche Ritterspiele wieder populär zu machen: Am 27. Juni gehen auf dem Boden des aus der elisabethanischen Epoche stammenden Montacute House bei Yeoin der Grafschaft Somerset die ritterlichen Spiele vonstatten als da sind: Lanzenturniere, Bogenschießen, Fechten, Falkenjagd. Man zeigt sich in großer historischer Aufmachung, verteilt Preise von zusammen 28 000 Mark und hofft auf Erfolg – auf mehr Erfolg, als dem letzten Wiederbelebungsversuch vor 125 Jahren beschicden war. Damals waren zwar 70 000 Menschen „aus ganz Europa“ erschienen, aber ein „unheimliches Gewitter“ hatte sie vor Beginn der Spiele „in alle Winde“ verjagt, Die Schau fiel aus. Diesmal ist das nun kein privates Spielchen eines Lords mehr, sondern eine Sache der Nation. Für die Spiele sorgt nämlich der „National Trust“, eine von der Regierung eingesetzte „Organisation zur Erhaltung ehrwürdiger Baudenkmäler und anderen historischen Staatseigentums“, Auf, Knappen, schmirgelt die Brünnen!

Der Zoll ist lieb

Der griechische Finanzminister Mitsotakis hat die Zöllner seines Landes angewiesen, sich allen ausländischen Touristen gegenüber ausnehmend höflich zu benehmen, ja, sogar über die Maßen lieb zu sein. Zwar gesteht der Minister, die griechischen Zollbehörden hätten „durch ihre Taktik außerordentlich zur Entwicklung des Fremdenverkehrs beigetragen“, doch müßten sie sich noch mehr anstrengen, „die fremden Touristen wie auch die Griechen des Auslandes zu unterstützen, indem sie die Zollkontrolle mit Großzügigkeit und Wohlwollen durchführen“. Warum, so die Frage des gerührten, Grenzen überschreitenden Reisenden: Warum in aller Welt kontrolliert man überhaupt, wenn man eigentlich doch nicht mehr kontrolliert?