Deutschlands größter Büromaschinenhersteller hat im vergangenen Geschäftsjahr nicht nur seinen Umsatz erhöhen, sondern trotz der allgemein von der Industrie beklagten Kostenerhöhungen auch seinen Gewinn steigern können. Um 4,4 Prozent auf 223 Millionen Mark konnten die Verkäufe trotz der „seit Jahren kontinuierlich abwärtsgerichteten. Preisentwicklung bei Schreib- und Rechenmaschinen“ ausgeweitet werden, nachdem der Umsatz im Vorjahr leicht um eine Million Mark rückläufig gewesen war.

Vor allem den Exportbemühungen der Olympia-Werke AG, Wilhelmshaven, ist diese positive Umsatzentwicklung zu danken. Der Anteil der Ausfuhr nahm von 35 auf 37 Prozent des gesamten Maschinenumsatzes zu. Der Inlandsumsatz bei Schreib-, Saldier- und Rechenmaschinen hingegen – hier produziert die hundertprozentige AEG-Tochter 46 Prozent aller Erzeugnisse im Bundesgebiet – wuchs kaum. Das war einmal dem harten Wettbewerb mit in- und ausländischen Herstellern, zum anderen gewissen Sättigungserscheinungen zuzuschreiben. Die Bundesrepublik und die Schweiz liegen nämlich hinsichtlich der Schreibmaschinendichte je Kopf der Bevölkerung an der Spitze der Welt.

Deshalb kommt es mehr denn je darauf an, entweder neue Käuferschichten anzusprechen oder den Ersatzbedarf zu wecken. Das gelingt offensichtlich in immer stärkerem Maße mit Hilfe neuer und preiswerter elektrischer Büroschreibmaschinen. Der Absatz dieser Erzeugnisse hat sich bei Olympia im vergangenen Jahr verdoppelt! Und sicherlich liegt hier noch eine große Absatzreserve, wenn man bedenkt, daß in den USA etwa 56 Prozent aller produzierten Schreibmaschinen auf diese Kategorie entfallen, in der Bundesrepublik aber erst rund 40 Prozent.

Wie sehr die Olympia-Werke von und mit der Schreibmaschine leben, erhellt die Tatsache, daß heute 73 (Vorjahr 70) Prozent des Umsatzes darauf entfallen. Addiermaschinen haben demgegenüber an Boden verloren. Ihr Anteil am Umsatz sank von 24 auf 20 Prozent, während sogenannte Speciesmaschinen (für alle vier Rechenarten) heute mit 6 bis 7 Prozent an der Produktion beteiligt sind.Das Geschäft mit Buchungsautomaten ist noch recht jung und umsatzmäßig noch nicht so bedeutend. Diktiergeräte, die unter dem Namen Olympia auf dem Markt sind, stammen hingegen nicht aus der eigenen Produktion.

Nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in der Welt besitzt Olympia eine hervorragende Marktstellung. 11 Prozent der Weltproduktion der Schreibmaschinen stammen von der AEG-Tochter. Am Weltexport ist Olympia sogar mit 16 Prozent beteiligt. Die Bundesrepublik konnte ihre Spitzenstellung im Weltexport von Schreibmaschinen mit 27 Prozent der Gesamtausfuhren von 2,3 Millionen Stück nicht nur behaupten, sondern steigern. Auch in der Weltproduktion liegen die deutschen Hersteller gut im Rennen. Nur die USA erzeugen mehr Schreibmaschinen (vergleiche Tabelle).

Doch nicht die Spitzenstellung oder die Mengenproduktion an sich ist Ziel unternehmerischen Wirtschaftens, sondern der Gewinn. Die Tochter schüttet wieder wie im Vorjahr 10 Prozent auf das Grundkapital von 55 Millionen Mark an ihre Mutter, die AEG, aus. Das Ergebnis war jedoch weitaus besser als im Vorjahr, als nur 45 Millionen Mark voll zu bedienen waren. Durch gründliche Rationalisierung und den Abbau der Belegschaft um durchschnittlich 8 Prozent oder 1270 auf 13 710 Personen konnte der Personal- und Sozialaufwand trotz erhöhter Löhne und Gehälter um 2,2 auf 104 Millionen Mark gesenkt werden. Die niedrigeren Investitionen im Berichtsjahr hatten zudem um 1,2 auf 16,5 Millionen geminderte Abschreibungen zur Folge. So konnten 1963 auch die Rücklagen wieder einmal bedient werden. Sie erhielten 2 Millionen aus dem Jahresüberschuß von 7,5 (Vorjahr 4,6) Millionen. W. W.