Die „Ebene der Tonkrüge“ in Laos wurde von kommunistischen Kräften überrollt. Nikita Chruschtschow verließ Ägypten unter Hinterlassung vieler Hilfsangebote. In Kairo wurde der Kölner Student Frowald Hüttenmeister wegen Spionage zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Auf Zypern wurde ein finnischer UNO-Soldat getötet. Tito feierte seinen 72. Geburtstag. Anastas Mikojan nannte in Tokio Fidel Castro einen „komischen Kauz“. Auf seiner Japan-Reise schlug Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier eine amerikanisch-europäische Ellipsen-Struktur der NATO vor. Bonn tauscht mit dem Scheichtum Kuwait Botschafter aus. Der kongolesische Oberbefehlshaber General Mobutu besuchte die Bundesrepublik. US-Präsident Lyndon B. Johnson bekannte sich erneut zu einer Politik des Brückenschlags zum Osten. In der amerikanischen Botschaft in Moskau wurden vierzig Mikrophone entdeckt. Auf Chruschtschows künftiges Quartier in Oslo wurde ein Bombenanschlag verübt.

Gewerkschaftsredakteur Heinz Brandt wurde aus dem Zuchthaus Bautzen entlassen. Ein Wuppertaler Student brachte seine Dresdener Braut über Prag im Kofferraum eines englischen Sportwagens unter dem tschechischen Schlagbaum hinweg in die Bundesrepublik. Wegen seiner Redewendung über das Sudetenland wurde Hans-Christoph Seebohm vom Bundeskanzler gerügt. Der sozialdemokratische Hochschulbund forderte Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze. DDR-Propagandist Gerhard Eisler regte die Gründung eines Gesamt-, Deutschen Bundes der Jugend“ an. Konrad Adenauer feierte in Bonn mit Alt-Mitgliedern des Parlamentarischen Rates den 15. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes. Länder-Parlamentarier beklagten sich über unzulängliche Berücksichtigung bei der Verleihung von Orden. Niedersachsens ehemaliger Vertriebenenminister Erich Schellhaus (BHE) trat der CDU bei; Hessens ehemaliger Verkehrsminister Gotthard Franke (BHE) ging zur FDP über. Ex-Botschafter Hans Kroll wurde zu einem Vortrag beim CSU-Parteitag eingeladen.

Eine Britische Woche wurde in Düsseldorf und Duisburg eröffnet. Die deutschenglischen Verhandlungen über eine Devisenhilfe für die Rheinarmee blieben ergebnislos. Bei den Kölner Ford-Werken droht ein Streik. Henschel-Generaldirektor Fritz-Aurel Goergen wurde in ein öffentliches Krankenhaus in Koblenz verlegt. Rumäniens stellvertretender Außenminister verhandelte mit der Bundesregierung und der Firma Krupp. Das erste Ostblock-Hilton-Hotel soll in Budapest errichtet werden. Deutsche Postsparbücher gelten auch in Österreich. In Hamburg wurde die erste deutsch-amerikanische Fernseh-Produktionsgesellschaft gegründet. Eine Umfrage zeigte ein sinkendes Interesse an Betriebsausflügen.

Bei einer Panik nach einem Fußballspiel in Lima wurden 300 Menschen totgetrampelt. Die entführte Frau des französischen Atombomber-Konstrukteurs Marcel Dassault wurde gesund aufgefunden. Uralt-Kosmetikerin Helena Rubinstein verscheuchte Einbrecher durch mannhaftes Auftreten. Die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe empfahl Paprikaschoten als Mittel gegen Managerkrankheit. Der Absatz von alkoholfreien Getränken in der Bundesrepublik stieg an. Bulgarien will nikotinfreien Tabak züchten. Die britische Armee entließ einen liebeskranken Soldaten. New Yorker Homosexuelle rechtfertigten ihre Neigung als Mittel gegen Bevölkerungsüberschuß. Verfrühtes und verstärktes Auftreten von Kreuzottern verspricht einen sehr heißen Sommer.

Nr. 22/1964