FÜR junge Leute, Geistliche, Lehrer, Eltern, Jazzfans und alle, die meinen, Spirituals seien „hübsche Musik“ –

Lothar Zenetti: „Peitsche und Psalm“; Verlag J. Pfeiffer, München; 272 S., 32 Abb., 19,80 DM.

ES ENTHÄLT Abhandlungen über „Geschichte und Glaube, Spirituals und Gospelsongs der Neger Nordamerikas“ (so der Untertitel des Buches), dazu Erlebnisberichte von Simone de Beauvoir, Max Frisch, Manfred Hausmann, Rudolf Hagelstange und anderen; ferner – neben Bibliographie und Diskographie – Hinweise von zwölf deutschen Jazzkritikern auf die nach ihrer Meinung typischen Negergesänge auf Schallplatten.

ES GEFÄLLT, weil der Verfasser mit missionarischem Elan zu Werke gegangen ist und zusammengetragen hat, was sonst nur in vielen Einzeldarstellungen zugänglich wäre. Sein Ehrgeiz war nicht, einen eigenen literarischen oder wissenschaftlichen Beitrag vorzulegen; er wollte seinen Lesern die verschwommenen sentimentalen Vorstellungen über die geistliche Musik der Neger nehmen und sie dazu verleiten, sich ein bißchen genauer damit zu beschäftigen und zu fragen, warum denn dies und das so geworden sei. Deshalb beläßt er es nicht bei musiktheoretischen Erörterungen (die in dieser Darstellung von Laien auch kaum verstanden werden dürften), sondern zeichnet den geschichtlichen, ethnologischen und gesellschaftlichen Hintergrund, vor dem sich diese Musik entwickelt hat. Zenetti, seit zwei Jahren katholischer Stadtjugendpfarrer in Frankfurt am Main, verfolgt die Geschichte bis in die Gegenwart; er findet (zu Recht), daß Spirituals keine Importware für deutsche Kirchen seien. m. s.