Von der Vorgeschichte des Sport-Tauchens

Von F. K. Mathys

Seit Jahrtausenden strampelte der Mensch im Wasser nach dem Vorbild der Frösche. Man nannte das Schwimmen, aber der Kraftaufwand steht in keinem Verhältnis zum Erfolg. Seit einigen Jahren aber hat dieses Strampeln aufgehört, und jetzt will man nicht mehr wie die Frösche mit den Beinen zucken und sich abstoßen, sondern wie die Fische schwimmen. In tropischen Gewässern gibt es Fische, die sich mit wenigen knappen Schlägen unerhört schnell, dank ihrer "sinnreich konstruierten" Schwanzflossen, davonschießen können. Diese Schwanzflossen haben sich die Menschen genau angesehen und in Gummi nachgebildet, um sie selbst über die Füße zu ziehen.

Aber rasch vorwärts zu kommen, das genügt uns heute nicht mehr. Nein, wir wollen nicht nur auf, sondern auch unter dem Wasser schwimmen. Auch da haben kluge Beobachter die Fische und ihre Tauchkünste gründlich studiert, ehe sie eine kleinere Ausgabe von Flossen für den Unterwasserschwimmer konstruierten.

Mit Sauerstoff-Flasche...

Ob man schwimmen, kann oder nicht, ist dabei, nicht so wichtig wie die Frage, ob das Trommelfell intakt ist, vor allem dann, wenn man sich beim Unterwassertauchen der Schaumgummi-Taucherausrüstung und der Sauerstoffflasche bedient, wie dies in Cannes, Nervi, Travemünde, Porto Azzuro und auf der Insel Elba von vielen jungen Leuten geübt wird.

So vom Fortschritt besessen erscheint heute das Menschengeschlecht, und wir denken nur mit mitleidigem Lächeln an die Großmütter in ihren unpraktischen Badeanzügen zurück. Zaghafte, Prüde und Wasserscheue gab es immer – aber wir täuschen uns gewaltig, wenn wir meinen, nur die Gegenwart kenne das Tauchen. Froschmänner gab es schon in der Antike und sie haben den Griechen bei ihren Seeschlachten großartige Dienste geleistet, indem sie Ankertaue feindlicher Schiffe durchschnitten oder die Boote der Gegner unter Wasser anbohrten und so weiter.