Strom für Opel

Die Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen AG, Dortmund, eine Gesellschaft, deren Kraftwerke im wesentlichen noch mit Steinkohlen befeuert werden, weitete 1963 ihre Stromlieferungen mit einem Anstieg um 13,6 Prozent (Bundesdurchschnitt: 7,9 Prozent) überdurchschnittlich aus. Große Industrieabnehmer haben den Strombezug verstärkt oder erst voll aufgenommen, wie beispielsweise das Bochumer Werk von Opel, das 1963 bereits 10 Prozent der VEW-Industrielieferungen aufnahm. Das rasche Wachstum der Gesellschaft und die Baupläne für ein Atomkraftwerk schaffen einen erheblichen Kapitalbedarf, der durch den bisherigen Aktionärskreis (136 Kommunen) nicht zu befriedigen ist. Bei einer Dividende von 12 Prozent stände der Gesellschaft der Weg an die Börse offen.

Unzufriedene Aktionäre

Einige Kleinaktionäre der Ilseder Hütte vermochten sich auf der Hauptversammlung nur schwer damit abzufinden, daß sie für das Geschäftsjahr 1963 keine Dividende erhalten. Für 1962 waren durch einige Kraftanstrengungen noch 8 Prozent ausgeschüttet worden. Das in Peine beheimatete Unternehmen, an dessen Aktienkapital von 140,4 Millionen Mark die bundeseigene VIAG mit 25,1 Prozent beteiligt ist, war durch die Stahlflaute der vergangenen Jahre besonders stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Mit Hilfe eines auch in Fachkreisen nicht unumstrittenen Investitionsprogramms über 450 Millionen soll die Rentabilität wiederhergestellt werden. Für 1963 wird ein Verlust von 7,2 Millionen ausgewiesen. Dennoch erweckte der Vorstand auf der Hauptversammlung für 1964 vorsichtige Dividendenhoffnungen. Sie sind schon deshalb nicht unberechtigt, weil die Ilseder Hütte neues Kapital braucht und solches ohne Dividendenzahlungen nicht zu haben ist.

Neuer Geschäftszweig?

Zweimal in ihrer jetzt 75jährigen Geschichte hat die Deutsch-Asiatische Bank, Hamburg, am Rande des Abgrunds gestanden: Nach 1918 und 1945. Seit 1953 baut das Institut, dessen Aktien sich in der Hauptsache in Händen von Banken befinden, sein Geschäft wieder auf. Erfolge stellen sich langsam ein. Deshalb auch die relativ niedrige Dividende von 5 Prozent für 1963. Wenn die Aktien der Bank in den letzten Wochen einen überraschenden Anstieg erlebten, so steht dieser im Zusammenhang mit der eventuellen Übernahme eines neuen Geschäftszweiges. Er soll die Außenhandelsfinanzierung für mittlere und kleinere Exporteure erleichtern. Die Verhandlungen darüber sind noch nicht abgeschlossen.

Schlußstrich gezogen

Mit der Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien hat die Lenz Bau AG, Hamburg, (zum Bereich der AG für Verkehrswesen gehörend) einen Schlußstrich unter eine manchmal recht bewegte Vergangenheit gezogen. Dank der nunmehr als gesichert angesehenen Ertragslage ist nach Ansicht der Verwaltung das Dividendenprivileg der Vorzugsaktionäre (es wurden 5 1/2 Prozent garantiert) wertlos geworden. Der Ansicht waren auch die Aktionäre, die der Abschaffung der Vorzugsaktien widerspruchslos zustimmten. Für 1963 wird auf die Stammaktien eine Dividende von 16 Prozent, auf die Vorzugsaktien eine von 15 1/2 Prozent ausgeschüttet. Die Bilanz läßt eine gute Ertragskraft erkennen, die sich im laufenden Geschäftsjahr noch verbessern wird. Von einer Kapitalerhöhung wird vorerst nicht gesprochen.