Securius: "Vom Segen der Rücklage", ZEIT Nr. 29

Die allgemeine Philosophie der Rücklage wird im kurzen Vorspann populär behandelt. Der weitere Artikel bezieht sich auf den konkreten Fall der Norddeutsche Lederwerke AG, Neumünster. Wenn man auch nur etwas aus den üblichen Handelberichten über den Ledermarkt und die hier tätigen Firmen unterrichtet ist, dann weiß man, daß

1. die genannten "Schwierigkeiten" nicht erst seit 1963 bestehen, sondern sich bereits seit Jahren abzeichnen und sich ja auch in den vorausgehenden Jahresabschlüssen niederschlagen;

2. andere Firmen der Branche nicht erst seit einigen Jahren, sondern bereits vor fünf bis zehn Jahren und früher in ihrer Vertriebspolitik reagiert haben;

3. andere Firmen auch in ihrer Produktionstechnik reagiert und nicht nur investiert, sondern auch rationalisiert haben.

Wie vermag eigentlich der "Bankschalter" zu beurteilen, daß es sich bei diesem Unternehmen um ein "modernes, hochrationalisiertes Unternehmen" handelt? Dies steht vollkommen im Widerspruch zu den Abschlußberichten und auch zu den Tatsachen und ist objektiv falsch. Überschrift, Präambel und objektiver Tatbestand decken sich nicht, weil bei diesem Beispiel vom Unwesen der Randlage gesprochen werden müßte: Dem freien (Klein-)Aktionär ist durch die Verwaltung seit Jahren Sand in die Augen gestreut worden, weil es mit dieser Politik gelungen ist,durch Auflösung stiller Reserven Verluste zu kompensieren.

Manfred Budde, Bremen