"Alles wegen dieser Frauen" (Frankreich; Verleih: Pallas): Rémi ist ein hübscher Junge mit traurigen Augen, deswegen hat er vier Freundinnen, die ihn lieben und hätscheln. Eine davon aber liebt ihn so sehr, daß sie mordet, um ihn des Mordes zu bezichtigen. Sie ist eifersüchtig, und Liebe kennt kein Gebot. Es bleiben Rémi aber noch die drei anderen, und die helfen ihm. Die fünfte, die liebt er, aber sie liebt einen anderen, einen Deutschen, und so sieht sie auch aus. Aber die Liebe geht eben verschlungene Wege. Die Intrige ist spärlich, die Spannung gelinde. Und ein Twen-Titelbild reiht sich ans andere. Die Sportwagen fehlen auch nicht, und diniert wird bei Kerzenschimmer. Kurzum, wir haben es mit einem jener französischen Filme zu tun, deren wir so viele kennen, die ein bißchen frivol sind und glatt gemacht, aber sonst nicht viel taugen. Umflorte Augen und Promiskuität, Empire und weiße Nachttischtelephone, Regen und runde Brillen, small talk und ein wenig Libertinage, Andeutungen, die sich wieder verlieren, und ungewisse Gebärden, Badezimmer, Spitzennachthemdchen und französische Betten, verbotene tristesse und ein Quentchen Moral. Derlei wird den kleinen Ladenmädchen aufgetischt, weil sie so gerne davon träumen, weil ihnen sanfte Verworfenheit und feine Sitten inmitten exquisiter Accesoires so gut tun, weil es sich nach dem Kino dann so angenehm, so sicher und so unangefochten auf dem Pfad der Tugend wandeln läßt. Daß Michel Deville insgeheim und unfreiwillig den ganzen Plunder und die Mädchen, die mit den Augen klappern und sich sorgsam putzen, aber kein vernünftiges Wort über die Lippen bringen, der Lächerlichkeit preisgibt, stört kaum, denn so töricht, wie er sie malt, machen sie sich zwar gut, glauben aber wird sie ihm niemand. Seine Misogynie ist harmlos.

"Helden ohne Hosen" (USA; Verleih: MGM): George Marshall ist alt und seine Scherze sind müde geworden. Wir haben den Witz von "Destry Rides Again" und "The Sheepman" noch zu gut in Erinnerung, um uns an seinem neuen Versuch, einen lustigen, parodistischen Western zu drehen, leichten Herzens freuen zu können. Zur Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges wird eine Kompanie von Trotteln versehentlich ausgeschickt, einen kriegsentscheidenden Goldtransport zu eskortieren. Das geht schief, aber mit Maßen, nämlich so, daß zwar den Helden unterwegs mal die Uniformen, Wagen, Pferde und Waffen abhanden kommen, am Ende aber der eine sein Mädchen, der andere seinen Posten an einem friedlichen Frontabschnitt und die Unionstruppen doch noch ihr Gold bekommen. George Marshall ist ein gutmütiger Kauz, hat wohl was gegen das Militär, aber sagt es nett und mit Gottvertrauen. Daß ihm dennoch einige Passagen gelingen, sieht nach Zufall aus. Ein Rekrut bittet vor dem Angriff, in Arrest genommen zu werden, denn drüben lagere eine Kompanie aus New Orleans und da stamme er her. Er wolle nicht auf seine Verwandten schießen. Aber, aber, ist die Antwort, falls da drüben wirklich Verwandte von Ihnen dabei sein sollten und falls es wirklich so weit kommen sollte, daß Sie sich wirklich Auge in Auge gegenüberstehen, dann ist doch das noch lange kein Grund, gleich zum Gewehr zu greifen. Aber viel wahrscheinlicher ist es, daß drüben auch noch ein paar Leute herumlungern, die nicht Ihre Verwandten sind. Das ist so witzig und gezielt wie etwa der Einfall, daß der backenbärtige Kommandant des Haufens, der von Steinkatapulten und historischen Schlachten träumt, im hintersten Winkel des Indianer-Territoriums auf einen Häuptling trifft, der mit ihm zusammen Westpoint abgesessen hat. Solche Ironie erreicht Marshall aber selten, der platte Klamauk nimmt zu sehr überhand. Der herkömmliche Militärschwank lauert ständig in der Nähe und damit die Gefahr, daß der Zuschauer sich über das tödlich Groteske der Angelegenheit hinweglacht, statt den Unfug einzusehen, daß er Kampf, Uniform und Befehlshierarchie schließlich akzeptiert, weil all das ja angeblich auch seine komischen und verträglichen Seiten hat. Trotzdem ist dieser Film noch immer die rechte Feierabendunterhaltung für angehende Rekruten: Weil es kaum bessere dieser Art gibt und zu viele andere, denen es mit der militärischen Moral blutig ernst ist. U. N.