Feuilleton

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DIE ZEIT

Chruschtschow am Rhein

Was will Chruschtschow am Rhein? Wer die Frage – häufig gestellt in diesen Tagen – zu beantworten sucht, wird ein bißchen spekulieren müssen.

Der Volkskanzler

Das Telephongebühren-Spektakel ist zu Ende. Erhard blieb hart. Strauß fiel um. Aber wer ist wirklich als Sieger aus diesem sommerlichen Scharmützel hervorgegangen? Die Parteien, die ihre Sorge um das öffentliche Wohl demonstrierten, indem sie die Abgeordneten aus den Ferien zurückriefen? Ganz gewiß nicht.

Pariser Atomdrohung

Als der französische Verteidigungsminister Messmer während einer Pressekonferenz nach dem NATO-Manöver auf dem Truppenübungsplatz Obernhofen im Elsaß gefragt wurde, ob die französische Regierung vor einem Einsatz atomarer Waffen ihre Verbündeten konsultieren würde, schwieg er.

Uneinig über Heye

Der Verteidigungsausschuß des Bundestages – er hielt zum ersten Male während der Parlamentsferien eine dreitätige Sitzung ab – ist sich über die Kritik des Wehrbeauftragten an der Bundeswehr offensichtlich nicht einig.

Krieg in Südostasien?

Nordvietnamesische Schnellboote griffen zum zweitenmal mit Torpedos US-Zerstörer an. Die amerikanischen Kriegsschiffe erwiderten das Feuer mit 15-cm-Batterien, und Jagdbomber verfolgten die Angreifer mit Raketen.

Rebell gegen Rebellen

Moise Tschombe: Einst Separatist in Katanga, heute Ministerpräsident des Kongo

Ende von Jalta?

Als das "Ende von Jalta" bezeichnete General de Gaulle den Besuch der Rumänen in Paris. Das Wort wird glaubwürdig aus seiner Umgebung berichtet.

Zeitspiegel

Es ist schwierig herauszufinden, wer nun eigentlich dem Bundesnachrichtendienst vorstellt. Nach dem Statut untersteht er dem Bundeskanzler und ususgemäß in dessen Vertretung früher Globke, heute Westrick.

Schadet Denken dem Soldaten?

Fragt ein Gleichgestellter den jungen Mann, so spricht er von Zwangsläufigkeit, von der Reserveoffizierslaufbahn, von den fünftausend Mark Abfindung oder von sportlichen Interessen.

Wolfgang Ebert:: Deutschland – ein Poststaat

Manche Eilbriefe von München nach Hamburg brauchen mindestens zwei Tage – aber in einer neuen Wochenschau zeigt uns die Post einen Brief, der von Mittenwald bis zu seinem Empfänger in Norddeutschland einen Tag braucht.

Neues Deutschland

Am 10. 6. hat das NEUE DEUTSCHLAND der ZEIT einen Artikelaustausch vorgeschlagen. Wir haben sofort zugestimmt. In den Wochen seither hat es mehrere Verhandlungen über die Modalitäten gegeben – wobei die Redaktion des ND immer wieder zögerte, eine verbindliche Vereinbarung einzugehen.

Das Spiegel-Verfahren

Es sind nun bald zwei Jahre her, daß uns der "Spiegel"-Artikel über das Manöver Fallex 62 als der größte Landesverrat seit dem Bestehen der Bundesrepublik hingestellt wurde.

Schall und Rauch

Mit dem politischen Wissen der Schleswig-Holsteiner ist, so scheint es, nicht weit her. Das haben die Meinungsbefrager eines Tübinger Instituts festgestellt, als sie jüngst mit einem Fragebogen durch die Bundesrepublik reisten und einen repräsentativen Querschnitt wahlberechtigter Bundesbürger testeten.

Kunst mit Haken

Als in der Gemeinde Schenefeld bei Hamburg vor einiger Zeit ein Schulneubau seiner Bestimmung übergeben wurde, hatte man sorgsam darauf geachtet, auch den Vertretern der bildenden Künste ihren Teil an der Ausgestaltung der Schule zukommen zu lassen.

Nicht von Ohr zu Ohr

Schmeichelei ist Aggression auf Knien" und "Satire soll töten, aber nicht verletzen". Solde Wandsprüche begrüßen den Besucher in der Friedrichstraße 101, wo die "Distel" seit 1953 Untermieter des "Verbandes deutscher Journalisten" ist.

Eine Stadt auf dem Fragebogen

Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (ifas) hat eine Stadt porträtiert: Die Interviewer stürzten sich über Kassel her.

Völkerrecht ist eine moralische Notwendigkeit

Ernst Reibstein: Völkerrecht. Eine Geschichte seiner Ideen in Lehre und Praxis. Verlag Karl Alber, Freiburg/München. Bd. I: Von der Antike bis zur Aufklärung, 1957; 640 Seiten, 49,50 DM; Bd.

Der Kampf in Montgomery

Seit 1945 lebte der Pfarrer Dr. Martin Luther King, ein Neger, in Montgomery, der Hauptstadt des Staates Alabama, von deren Einwohnern etwa die Hälfte Neger sind und damit allen den Beschränkungen unterworfen, die die Gesetzgebung der Südstaaten über ihre farbige Bevölkerung verhängt.

Nützlicher Überblick

Dieses Buch soll vor allem ein Hilfsmittel für den Unterricht in Gemeinschaftskunde sein. Aber nicht nur Schüler werden es mit Nutzen lesen, sondern auch, hoffentlich viele erwachsene Staatsbürger.

Namen der Woche

Wang Kuo-chuan, neuer Botschafter Pekings in Warschau, traf sich mit US-Botschafter John Moors Cabot zum 121. amerikanisch-chinesischen Informationsgespräch.

Intervention im Kongo?

Die Rebellion im Kongo frißt wie ein Buschfeuer immer weiter um sich. Eine Reihe wichtiger Städte in den Ostprovinzen Nordkatanga, Maniema und Kiwu, fiel den Scharen Gaston Soumialots in die Hände.

Desintegration: Ein Rumäne in Paris

Zwei Staatsmänner, die beide für die Desintegration der Bündnissysteme in Ost und West mitverantwortlich sind, begegneten sich vorige Woche in Paris: Charles de Gaulle und Ion Gheorghe Maurer der rumänische Ministerpräsident.

Der Kanzler sprach nicht zur Sache

Nur mit Hilfe der FDP-Minister, die gegen ihre eigene Fraktion stimmten, entging die Bundesregierung vorige Woche einer Abstimmungsniederlage im Parlament.

Wie einst vor Troja

Homers Helden von Troja verbrachten ihre meiste Zeit mit Drohreden und Waffengeklirr. Gekämpft wurde glücklicherweise nur selten.

Nordrhodesien:: Himmel und Erde

Christlicher Glaubenseifer und afrikanische Zauberei sind im Norden Rhodesiens eine grausige Ehe eingegangen. Die Lumpa-Sekte, eine der 2000 christlichen Sekten in Südafrika, entfesselte wilde Massaker unter der Bevölkerung und forderte Polizei und Armee zum Gegenschlag heraus.

Die Musik und die Zeit

In der Kunst gibt es eine eigene, sozusagen mit nichts anderem vergleichbare Zeitrechnung – besondere Stunden, Tagesabläufe, Jahre, Jahrhunderte.

Antwort auf Schostakowitsch

Wenn man einen Prozeß um jeden Preis gewinnen will, dann muß man die Schriftsätze des Gegners mit den Augen eines Anwalts lesen, dem es um nichts anderes gehen darf als darum, Widersprüche aufzudecken, Fehler zu verhöhnen und Meinungen in haltloses Gewäsch zu verwandeln.

Kleiner Kunstkalender

Mesopotamien, das "Land zwischen den Strömen", zwischen Euphrat und Tigris, gehört politisch zum Irak, in mythischer Sicht erscheint es als Wiege der Menschheit und Garten Eden.

Nach der Revolution die Evolution

Wir hatten vor Jahren in der ZEIT unsere begründeten Zweifel an der intellektuellen Redlichkeit und dem künstlerischen Vermögen des revolutionären Wagner-Enkels Wieland, des Hauptregisseurs im neuen Bayreuth, nicht unterdrückt.

Zeitmosaik

Phantasie ohne Wissen führt nur bis zum Hinterhof primitiver Kunst, bis zum Kindergekritzel an einer Wand ... Die Kunst ist niemals einfach.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT neun Aufsätze neueren Datums, die Adorno für Zeitschriften und Rundfunk geschrieben hat, sowie einige ausgearbeitete Vorträge: "Wozu noch Philosophie?" (1962), "Philosophie und Lehrer" (1961), "Notiz über Geisteswissenschaft und Bildung" (1962), "Jene zwanziger Jahre" (1962), "Prolog zum Fernsehen" (1953), "Fernsehen als Ideologie" (1953), "Sexualtabus und Recht heute" (1963), "Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit?" (1959), "Meinung, Wahn, Gesellschaft" (1960).

Nach Sibirien und anderswohin

Jadwiga, das Mädchen aus Polen, wird vor dem Ersten Weltkrieg aus Gerechtigkeitsgefühl Kommunistin, verzichtet auf die Privilegien der Begüterten, studiert in Zürich, heiratet einen Freund Lenins, bekommt eine Tochter, macht das Ingenieursexamen, läßt ihr kleines Mädchen bei den Großeltern in Warschau und stürmt mit dem glasklaren, sachlichen, pädagogischen Idealismus ihrer Generation nach Rußland, in die Revolution.

Die neue Welle des Kriminalromans

Keine schlechte Idee: dem zurückgebliebenen deutschen Kriminalroman durch einen wohldotierten Literatur-Preis auf die Sprünge zu helfen.

Unser Seller-Teller Juli 1964

Nach langer Zeit habe ich zum ersten Male wieder die Angaben unserer Vertrauensbuchhandlungen zum "Seller-Teller" ausgewertet.

Schlafen die Deutschen?

Nach Ford erschienen nun auch die japanischen Hondawerke zum ersten Male bei einem Grand-Prix-Rennen. Und die Deutschen? Sie stellten den Starter und den Preisverteiler und man lobte ihre Organisation.

Rangers Flug

Nur eine einzige Aufgabe hatte man der amerikanischen Mondsonde Ranger VII zugedacht: während der letzten fünfzehn Minuten ihres Anfluges auf den Mond bis unmittelbar vor dem Aufschlag auf der Mondoberfläche eine möglichst große Zahl von Bildern des Erdbegleiters im Fernsehverfahren an die irdischen Bodenstationen zu übermitteln.

Sirene testet Scheiben

Beim Start in den Weltraum unterliegen die Kapseln starken Druckschwankungen. Die schwächsten Stellen sind die beiden Fenster.

Film

"Alles wegen dieser Frauen" (Frankreich; Verleih: Pallas): Rémi ist ein hübscher Junge mit traurigen Augen, deswegen hat er vier Freundinnen, die ihn lieben und hätscheln.

Theater: DER ROSENKAVALIER

Seit 35 Jahren steht diese "Komödie für Musik" im Repertoire der Salzburger Festspiele. Sie gehört als die "Mozart-Oper" von Richard Strauss zu den Standardwerken.

Funk: Sarajewo

Blaise Cendrars, der alte Surrealist ("Moloch") und Globetrotter ("Wind der Welt"), schrieb "Sarajewo" wenige Jahre vor seinem Tode (1961 in Paris).

Fernsehen: ...und das zweite Gesicht?

Bevor die Lichter ausgingen nannte Friedrich A. Krummacher, das berühmte Diktum Sir Edward Greys variierend, eine Sendung, die der Welt von gestern, Europa an der Schwelle des ersten großen Krieges, galt.

Bargeld lacht

Nach 16 Jahren gibt es in der Bundesrepublik wieder einen Tausend-Mark-Schein

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