Von Gerda Panka-Dietz

Im reichen Angebot der Seereisen überwiegen jene Kreuzfahrten, die die Bekanntschaft mit mehreren Ländern und mit vielen Häfen vermitteln. Nur die Aufenthalte sind oft recht kurz bemessen. Für Individualisten, die gemächlich befördert und nur in Gesellschaft weniger Passagiere reisen und mit ein bißchen luxuriösem Service umgeben sein wollen, gibt es jetzt eine neue Möglichkeit:

  • Eine Fahrt längs der zerklüfteten jugoslawischen Küste.

Das von einem großen Münchner Reiseunternehmen gecharterte jüngste und kleinste Schiff der Jadrolinija, die "Aleksa Santic", ein schmuckes, umgebautes Motorboot von 600 BRT, gondelt zwischen Opatije und Kotor sieben Tage von Hafen zu Hafen, von Insel zu Insel, gemächlich, ohne Hast. Es steuert die schönsten Punkte der an schönen Plätzen reichen dalmatinischen Küste an.

Das Programm besteht darin, daß es eben kein "Programm" gibt, sondern jedem Passagier die Möglichkeit läßt, diese sieben Tage so zu verbringen, wie es ihm gerade gefällt: Sonnenbaden an Deck, Schwimmen in stillen Buchten, kleine Landausflüge mit genügender Muße, in jedem Ort allein auf Entdeckungsfahrten zu gehen, durch die seit Jahrhunderten unveränderten Städtchen und Dörfer zu schlendern, im Café zu sitzen oder abends in irgend einer Taverne einen Slibowitz oder mehrere zu trinken, oder einen Landwein zu probieren, der nur Pfennige kostet.

Mir gefiel besonders ein Eselsritt von Polace auf der Insel Mljet zu einem See, der von nach Harz duftenden Kiefern umstanden war. Mitten im See auf einer kleinen Insel steht ein Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert, das heute kluger Geschäftssinn zu einem Hotel für Ruhesuchende umgebaut hat zu einem beinahe vollkommenen Traum von Stille, Einsamkeit und romantischem Lebensstil.

Die Fahrt im Bus über den Lofzen nach Cetinje, der Hauptstadt Montenegros in den Bergen, ist allerdings nur denen zu empfehlen, die gute Nerven haben und sollte nur bei schönem Wetter unternommen werden. An der montenegrinischen Riviera hat man das alte Hotel St. Stefan zu einem einzigen Komplex von Luxusappartements umgestaltet. Mir gefiel auch eine Weinprobe in der märchenhaften Stadt Trogir, bei der wir, auf Kisten und Brettern in einer Remise hockend, feurigen Roten tranken.