Mit US-Komfort durch Sibirien

Nur für Touristen, dieses Schildchen wird dieLuxus-Doppelstock-Wagen zieren, die das Leningrader Jegorow-Werk im Auftrag der sowjetischen Staatsbahn jetzt baut. Jeder Wagen ist mit vollautomatischer Klimaanlage ausgerüstet und elektrische Heizung sorgt dafür, daß die sibirische Kälte vor der Abteilkür bleibt. Im "Parterre" befinden sich die Abteile der Polsterklasse, dazu eine Reihe – und das ist der Clou – Duschkabinen für je vier Fahrgäste. Unter dem Vollsicht-Glasdach des ersten Stocks können sich die Passagiere an tiefen Ledersesseln räkeln und die tagelange Fahrt Moskau–Wladiwostok oder Leningrad–Odessa so recht genießen. Überdies lassen sich durch die Glaskuppel russische Sehenswürdigkeiten viel besser fotografieren – wenn der Intourist-Schaffner nichts dagegen hat.

Studentenreisen ostwärts

Auslandsstelle des deutschen Bundesstudentenringes e. V.: Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eines der größten Reisebüros in der Bundesrepublik. Seit zehn Jahren hat die Außenstelle vielen tausend Studenten billige Auslandsreisen verschafft. In mehr als 30 Ländern – von Skandinavien bis Afrika – hat sie Ferienaufenthalte in den verschiedensten Formen vermittelt. Im nächsten Jahr soll das Reiseprogramm noch erweitert werden, vor allem in die Länder des Ostblocks. Das Interesse der Studenten gerade an diesen Ländern scheint zu wachsen. Viele sind schon durch Vermittlung der Auslandsstelle in Jugoslawien, in der Tschechoslowakei und auf dem Balkan gewesen. Aber auch die anderen Länder des Ostblocks sollen nach Möglichkeit "erschlossen" werden; nur eins wird dabei vorläufig ausgelassen: die DDR. Die Bezeichnung "Auslandsstelle" sollte aber kein Hindernis sein, den Studenten auch Reisen in die DDR zu ermöglichen. An Interesse dürfte es gewiß nicht fehlen.

Hotel oder Schneckenhaus

Wenn man nach dem äußeren Eindruck an Flüßen und manchen Meeresküsten, wie der Costa Brava, urteilt, so kann man zweifeln, ob bei den Deutschen die Lust, den Urlaub im Zelt zu verbringen, nicht schon größer sei als das Streben nach der Bequemlichkeit eines Hotels. Um diese Unsicherheit zu beseitigen, wurde eine Erhebung gemacht, die klar und deutlich macht: 51,5 von je 100 Bundesbürgern wohnen im Urlaub in Hotel und Pensionen, der nächsthohe Prozentsatz, und er ist ziemlich hoch, nämlich 24 von je 100, in Privatquartieren. Die Camper haben allerdings mit 11 Prozent diejenigen gerade überflügelt, die in Ferienhäusern, Bungalows und Chalets Ferien machen (10 von je 100). In dieser Konkurrenz noch unter "ferner liefen" sind die Wohnwagenurlauber, die, wie die Schnecken ihr eigenes Haus, die "fahrbare Heimat" mit sich tragen. Von diesen Urlaubsindividualisten gibt es nur dreiundeinhalb auf je 100.

Weihnachten in Papeete

Weihnachtskreuzfahrten und Silvesterreisen werden schon jetzt gebucht. Schon von 5685 Mark an bietet Seetours exzentrischen Leuten einen Weihnachtsabend 1964 in Papeete auf Tahiti. Die Weltreise mit dem Schiff D. Ryndam (15 015 BRT) beginnt am 6. November in Rotterdam und dauert 86 Tage. Durch den Suezkanal geht die Fahrt nach Indien, Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien (Silvester im Pazifik), Los Angeles und durch den Panamakanal über Jamaica und Lissabon nach Hause. Am 31. Januar trifft das Schiff wieder in Rotterdam ein. Der Ozeanriese "Statendam" (24 500 BRT) führt ebenfalls ab Rotterdam eine sechzehntägige Neujahrskreuzfahrt nach Casablanca-Dakar und Las Palmas vom 30. Dezember bis 15. Januar durch. Silvesterfeier auf hoher See. Grundpreis zwischen 1165 und 3385 Mark.