H. W., Kiel

Mit dem politischen Wissen der Schleswig-Holsteiner ist, so scheint es, nicht weit her. Das haben die Meinungsbefrager eines Tübinger Instituts festgestellt, als sie jüngst mit einem Fragebogen durch die Bundesrepublik reisten und einen repräsentativen Querschnitt wahlberechtigter Bundesbürger testeten. Sie wollten wissen, wie denn die Ministerpräsidenten der Bundesländer beim mündigen Wählervolk "ankommen". Aber die Tester waren vorsichtig. Sie erkundeten zunächst einmal, ob der jeweilige Landesvatei denn allen seinen Landeskindern überhaupt bekannt sei. Und dabei kamen sie zu recht erstaunlichen Ergebnissen: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Lemke war 62 Prozent der Befragten unbekannt. Anders stehen dagegen die Saarländer und die Württemberger da. Hier wußten 90 Prozent auf Anhieb zu sagen, wer ihr Landesvater sei. In Nordrhein-Westfalen waren es immerhin 88 Prozent und bei den Hessen 84 Prozent. Dann wurde es schon schwieriger. In Niedersachsen konnten nur noch 73 Prozent der Befragten ihren Landesvater mit Namen nennen, in Bayern gar knapp 65 Prozent.

Auch das fanden die Meinungssucher heraus: Die Nichtraucher wußten besser Bescheid als die Raucher.