Von Paul Laven

Der Große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring endete mit einem Triumph der Ferrariwagen, die auf Platz I und III landeten.

Nach Ford erschienen nun auch die japanischen Hondawerke zum ersten Male bei einem Grand-Prix-Rennen. Und die Deutschen? Sie stellten den Starter und den Preisverteiler und man lobte ihre Organisation. Ein deutscher Fahrer kam als vorletzter ins Ziel, und kein deutscher Formel-I-Rennwagen war am Start. Daimler-Benz ruhten sich exportgesättigt immer noch auf ihrem welkenden Lorbeer aus.

Im Herbst 1963 sagte der Japaner Soichiro Honda‚ nachdem ich die 6 km lange Suzukaprüfstrecke seines Werkes bei Nagoya besucht hatte, in Tokio: "Ich weiß, daß man in der Zeit vor 1914, als die Autoentwicklung in den Anfängen stand, in Europa den Wagen kaufte, der den letzten Grand Prix gewonnen hatte. Das hat sich später nur unwesentlich geändert. Heute, bei dem immer größeren Angebot, dem härteren Konkurrenzkampf in der ganzen Welt, wird sich diese Einstellung aber wie noch nie durchsetzen.

Ein neues Werk von Ford entsteht eben in Woodhaven bei Detroit, das größte seiner Art in den USA. Auch für Japan hat die Stunde für die Beteiligung am großen industriellen Konkurrenzkampf längst geschlagen. Unserem Land, unserem Volk ist mehr als anderswo die zwingende Aufgabe gestellt, sich durch Export am Leben zu erhalten. Wir brauchen Renn- und Sportwagenerfolge. Wir wollen das "Image" unserer Wagen durch Kampferfolge schaffen und dann festigen, wie uns das bei unseren Motorrädern gelang."

Ich betrachtete mir die beiden eindrucksvollen Sportwagen, die bei der IX. Motorschau auf dem Harumi-Pier in Tokio ausgestellt waren. Inzwischen zeigten die Japaner ja auch in Hamburg auf ihrem Ausstellungsschiff, Sakura Maru, Wagen ihrer Produktion. Natürlich weiß jeder, mit welchen Schwierigkeiten des Absatzes und vor allem der Ersatzteilbeschaffung er rechnen muß.

1963 produzierte Japan 2,037 Millionen Motorräder, die durch die Sporterfolge der Honda in aller Munde sind. 497 000 wurden, und diese Zahl ist im Verhältnis im ersten Halbjahr 1964 schon überboten, exportiert.