Die Bundesrepublik hat bei der Übernahme von Verteidigungslasten im Rahmen der NATO ein gutes Gewissen, erklärte Staatssekretär von Hase zu der Aufforderung des amerikanischen Verteidigungsministers MacNamara, Deutschland müsse seinen Verpflichtungen besser nachkommen und die Verteidigungsausgaben erhöhen. Dieses gute Gewissen ist gerechtfertigt, denn die Bundesrepublik steht mit einer Erhöhung der Ausgaben um 62 Prozent innerhalb der letzten vier Jahre weitaus an der Spitze.

Lag die Bundesrepublik mit 3,5 Milliarden Dollar 1961 noch weit hinter den USA, Großbritannien und Frankreich zurück, so steht sie 1964 mit 5,7 Milliarden Dollar an zweiter Stelle hinter Amerika. Großbritannien trägt rund 0,4, Frankreich fast 1 Milliarde Dollar weniger zur NATO bei als die Bundesrepublik.

Darüber hinaus war der Politik der Vereinigten Staaten, die Last der Verteidigung mehr auf die europäischen Verbündeten zu verlagern, zweifellos Erfolg beschieden. 1961 trugen sie noch 73,4 Prozent der Gesamtlast, die Europäer nur 24 Prozent. Der Rest lag bei Kanada. 1964 werden die Amerikaner bei um fast ein Viertel gestiegenen Gesamtleistungen nur noch 71,7 Prozent zu tragen haben, während Europa 26,2 Prozent übernimmt. In welchem Maße sich die Verlagerung fortsetzt, wird wesentlich von der wirtschaftlichen Entwicklung der Bündnispartner abhängen. Eine umfassende Untersuchung des NATO-Generalsekretariates soll objektive Maßstäbe erbringen und damit interne Reibereien der NATO-Staaten, wie sie bereits aufgetreten sind, künftig ausschalten. EHK