Homers Helden von Troja verbrachten ihre meiste Zeit mit Drohreden und Waffengeklirr. Gekämpft wurde glücklicherweise nur selten. Ein wenig wie der Trojanische Krieg verläuft auch der griechisch-türkische Konflikt um Zypern. Die Weltöffentlichkeit nimmt die Gefechtsmeldungen und Invasionsdrohungen, die standhaften Reden und Erklärungen, die von beiden Seiten gewechselt werden, kaum noch ernst. In Athen registrierten die Politiker sogar ein Nachlassen der Spannung, obwohl die Türken in Südanatolien "die größten Manöver ihrer Geschichte" abhalten und trotz neuer Schießereien vor und auf der Insel.

Die griechisch-zyprische Regierung Makarios vermeint den Sieg schon in der Tasche zu haben. Seit der Rückkehr des Erzbischofs von seinem Besuch in Athen wird in Nikosia offen vom Rückzug der UN-Truppen gemunkelt. Die zyprischen Streitkräfte fühlen sich jetzt stark genug, eine türkische Invasion abwehren zu können. Alle Kompromißvorschläge, auch den sogenannten Acheson-Plan, hat Makarios vom Tisch gefegt.

Der einstige US-Außenminister, Johnsons Sonderbeauftragter für Zypern, hatte in Genf einen unverbindlichen Fünf-Punkte-Plan unterbreitet:

1. Vereinigung Zyperns mit Griechenland

2. Abtretung der griechischen Insel Castellorio im Dodekanes an die Türkei

3. Türkische Militärbasis auf Zypern

4. Entschädigung für auswanderungswillige Türkisch-Zyprioten