Maksym Rylskyj

Phantasie ohne Wissen führt nur bis zum Hinterhof primitiver Kunst, bis zum Kindergekritzel an einer Wand ... Die Kunst ist niemals einfach... Wenn sie am größten ist, ist sie phantastisch trügerisch und kompliziert.

Vladimir Nabokoo

In Kiew starb am 24. Juli dieses Jahres ein prominenter Repräsentant der sowjetisch-ukrainischen Dichtung, der Lyriker, Übersetzer und Literaturwissenschaftler Maksym Rylskyj, Mitglied des Präsidiums des ukrainischen Schriftstellerverbandes und des Verbands der sowjetischen Schriftsteller, Abgeordneter des Obersten Sowjets der UdSSR, Lenin- und Staatspreisträger. Er übersetzte Mieckiewicz, Shakespeare, Puschkin und Lermontow ins Ukrainische und galt allgemein als der erfolgreichste unter den ukrainischen Neuklassikern.

Protest gegen Filmzensur

Angeblich findet in der Bundesrepublik ja keine Zensur statt. Trotzdem ist der tschechische Film "Das höhere Prinzip" noch immer verboten. Der Interministerielle Ausschuß hat ihn gesperrt mit der Begründung, er stelle das Zusammenleben von Deutschen und Tschechen in ungünstigem Licht dar und gefährde damit die Aussöhnung der Völker und das Ansehen Westdeutschlands. Das "Zusammenleben" bei Jiri Krejcik zeigt allerdings die Deutschen nicht friedlich und gütig, sondern so wie sie waren: die Tschechoslowakei unmittelbar nach dem Heydrich-Attentat und ein nationalsozialistisches Sondergericht, das Gymnasiasten hinrichtet. Ulrich Gregor hat Krejciks Werk einen "der differenziertesten Filme über die deutsche Besatzung weit über dem Durchschnitt jener Filme, in denen der Widerstand gegen das Hitler-Regime zum Klischee erniedrigt wird" genannt. Studenten der Freien Universität und anderer Berliner Hochschulen haben nun, nach einer inoffiziellen Vorführung des Films innerhalb der Universität, eine Resolution verfaßt, die erklärt, daß die Furcht, dieser Film könne das Ansehen der Bundesrepublik schädigen, eine vorbehaltlose Identifikation mit dem Nationalsozialismus voraussetze. Und es ist nicht das erstemal, daß sich dieser peinliche Schluß aufdrängt.