Neue Details über das Zusammenspiel des US-Statedepartments mit Moskau in der Kuba-Krise wird die amerikanische Illustrierte "Look" Ende des Monats veröffentlichen. Autor des Artikels ist der ehemalige Mitarbeiter Rusks, Roger Hilsman, der inzwischen wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Johnson-Regierung in der Südostasien-Politik aus dem State Department ausschied. Nach den Angaben Hilsmans traf sich auf dem Höhepunkt der Krise, am 26. Oktober 1962 um 1.30 Uhr mittags, ein Vertrauter Rusks, der Fernsehredakteur John Scali, mit dem Chef des sowjetischen Geheimdienstes in Washington in einem Restaurant an der Pennsylvania Avenue. Der "Mister X." unterbreitete im Auftrag des Kremls dem Journalisten einen Vorschlag zur Lösung der Krise: Die Sowjetunion würde ihre Raketen aus Kuba entfernen, wenn die USA sich verpflichteten, die Insel nicht anzugreifen. Scali übermittelte den Vorschlag dem Weißen Haus und traf sich, nachdem hier die Entscheidung gefallen war, in einer Bar wieder mit "Mister X.". Hilsman will außerdem wissen, daß während der Kuba-Krise eine amerikanische "U 2" versehentlich die Sowjetunion überflog. Kennedy habe befürchtet, die Sowjetunion könne diesen Flug für die Vorbereitung eines Angriffes halten. V.