Frau, o Frau, schreit Maximilian Bolzer. Genausogut könnte er schluchzen.

Werktags ist Bolzer Vorarbeiter in der Gießerei der Herdfabrik. Davon wird ihm die Haut allmählich grau.

Heut packt er’s, flüsterte der dicke Herr neben mir und schiebt den Zahnstocher so tief in den Mund, daß der nicht mehr zittern kann.

Wenn es darauf ankommt, werde ich die zwei Polizisten anrufen. Sie müssen bezeugen, daß ich heute als erster da war. Der Dicke will auch noch seiner Frau einen Zaunplatz erschwindeln, das spür ich schon. Unter seiner Achsel hat er sie durchschlüpfen lassen, allmählich taucht sie jetzt auf.

Schau, Muschi, schau, heut packt er’s, sagt der Dicke, der zum Überfluß noch einen Gamsbart an den Hut gesteckt hat. Die Polizisten könnten wirklich dafür sorgen, daß am Zaun jeder zu seinem Recht kommt.

Ich finde, letzten Sonntag war er besser, sagt die Frau des Gamsbarts und zieht einen Teil ihrer Oberlippe so am Zahnfleisch hoch, daß ein Goldzahn leuchten muß und ein gemütloses Seufzergeräusch entsteht. Das verachte ich gründlich. Zuletzt kommen, den besten Zaunplatz erschwindeln und dann gleich Urteile von sich geben. So tun, als gebe es der Familie Bolzer gegenüber einen Fachmann. Schon spür ich auch die spitzen Knochen der uralten Dame von links. Ihr hängen die Kleider immer wie naß am Leib herab, als komme sie gerade von einem Schiffbruch. Tatsächlich fühlt sie sich, wenn sie sich neben einen drängt, ziemlich feucht an. Auch sie ist heute nach mir gekommen. Und die Polizisten tun, als wären sie nicht da.

O Frau, schreit Maximilian Bolzer schon zum drittenmal. Los jetzt, mach schon, rufen ein paar junge Kerle, die mit ihren Motorrädern so nahe an den Zaun gefahren sind, daß die Vorderreifen wie Tierschnauzen gegen die Zaunlatten drücken.