Seit Jahren versucht die DDR, die Leipziger Messe auch für das westliche Ausland hoffähig zu machen. Und seit Jahren beginnt sie diese Werbung mit einer internationalen Pressekonferenz, auf der sie Bonns Wirtschaftsministerium als den Störenfried im Interzonenhandel darstellt.

Abgesehen davon, daß es schizophren erscheint, eine "Messe des Friedens" mit der Beschimpfung eines Handelspartners einzuleiten, läßt das Leipziger Messeamt Tatsachen völlig außer acht.

Es ergibt sich die Frage, was die DDR eigentlich mit dieser Politik erreichen will. Will sie von ihren eigenen Schwierigkeiten ablenken oder ist diese Tonart schon so zur Gewohnheit geworden, daß man diese Routine nicht mehr ablegen kann? Tatsache ist, daß der Handel zwischen der Bundesrepublik und der DDR in diesem Jahr blüht und gedeiht wie nie zuvor. Tatsache ist aber auch, daß die östliche Seite auf verschiedenen Gebieten mit ihren Lieferungen hinterherhinkt, auch wenn das nicht so deutlich sichtbar wird, weil der Zeitpunkt, an dem Rückstände in harter Währung ausgeglichen werden müssen, herausgeschoben worden ist. Geht es nicht einmal auch ohne mißtönende Begleitumstände? mh