Ist Bundesarbeitsminister Blank ein sozialpolitischer Nimmersatt? Jetzt meint er, die Arbeiter und Angestellten hätten nicht genug gespart, um der Vermögenskonzentration entgegenzuwirken.

Daß die "breite Vermögensstreuung", gemessen an dem von der Bundesregierung gesetzten Ziel, bisher nur bescheidene Erfolge hatte, ist bedauerlich. Ist es aber nicht zu einfach, sich auf höhere staatliche Beihilfen zu verlassen, die diesen Zustand ändern? Selbst eine Verdoppelung dieser Hilfen braucht nicht unbedingt einen Wandel herbeizuführen.

Dafür gibt es einleuchtende Gründe. Mit den Lohnzulagen steigen auch die Abgaben für die Sozialversicherung (jedenfalls bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen). Je höher das Einkommen, desto größer auch der Prozentsatz, den der Staat an Steuern abzwackt.

Blanks Klage muß jedoch aus einem anderen Grunde überraschen. Ausgerechnet der Minister bedauert die mangelnde Vermögensbildung, in dessen Amtszeit die soziale Sicherheit immer weiter ausgebaut wurde. Wer gegen alle Lebensrisiken zwangsweise versichert wird, wem die Vollrente garantiert wird, der fragt sich früher oder später, warum er noch selbst für sein Alter vorsorgen soll. Traut der Minister seinen eigenen Garantien nicht? Oder hält Blank es mit der Parole: doppelt genäht, hält besser? K. S.