Die Diskussionen über einen möglichen Erwerb der Aktienmajorität der Hugo Stinnes AG, Mülheim (Ruhr), durch die Veba hat in Kreisen der amerikanischen Stinnes-Aktionäre Unruhe hervorgerufen. Sie fürchten, daß der Kurs der Aktien an der Börse unter Druck gesetzt wird, um dem Bundesschatzministerium zu ermöglichen, den Streubesitz von 13,5 Prozent des fast 100 Millionen Mark betragenden Aktienkapitals "billig" zu übernehmen. Außerdem haben die Aktionäre Angst, bei einem eventuellen Abfindungsangebot übervorteilt zu werden. Sie planen deshalb die Gründung einer Schutzgemeinschaft für Stinnes-Kleinaktionäre. Dazu kann festgestellt werden: Bislang gibt es keine Anzeichen, daß der Stinnes-Kurs nach unten manipuliert wird. Im Gegenteil, es sind Käufe zu beobachten, die in Hoffnung auf einen Abfindungskurs von weit über 200 Prozent vorgenommen werden. Die Prozedur einer Abfindung ist ohnedies gesetzlich vorgeschrieben. Es werden dann unabhängige Gutachten gemacht werden müssen. Allerdings ist niemand verpflichtet, einen Abfindungspreis zu zahlen, der allen Aktionären einen Gewinn bringen wird. Aktien sind nun einmal Risikopapiere, und wer es verpaßt hat, seine Papiere zu höchsten Kursen zu verkaufen, darf die Schuld später nicht bei anderen suchen. -dt