Nicht nur die Bürger, auch die Ministerien in Bonn hat der Zug ins Grüne ergriffen. Das Verteidigungsministerium ist im Umzug. Die Ermelkeilkaserne verliert die symbolhafte Bedeutung ihres Namens. Von nun an heißt es Hardthöhe, im Volksmund auch Pentabonn genannt.

Die Hardthöhe liegt weit draußen vor der Stadt. Etwa 150 m hoch, bietet sie einen schönen Blick auf Bonn und Umgebung. Auf einem riesigen Areal ist eine ganze Bürostadt entstanden, wohl abgesichert gegen unerwünschte Besucher. Dreitausend Angehörige des Ministeriums werden dort amtieren. Im Mittelpunkt des Geländes ein zehnstöckiges Bürogebäude mit einem zweistöckigen Seitentrakt. Es ist alles da, was man braucht: Konferenzräume, ein Filmraum, eine Fünf-Sprachen-Dolmetscher-Anlage.

Um das Hauptgebäude gruppieren sich drei sechsstöckige Bürohäuser. Es gibt einen flachen Bibliotheksbau, den ein fünfstöckiges Büchermagazin überragt, natürlich Kasino und Kantine, die gleichzeitig 2000 Personen beköstigen können. Und mitten im Gelände das gut abgeschirmte Wohnhaus für den jeweils amtierenden Bundesverteidigungsminister. Hassels Vorgänger, Franz Josef Strauß, hatte sich in seinem Privathaus auf dem Venusberg nicht mehr sicher genug gefühlt. Deshalb hatte er den Bau eines Dienstgebäudes für den Minister auf der Hardthöhe angeordnet. Der Umzug ist in vollem Gange, die Möbelwagen sind im rollenden Einsatz. Mittwoch der Minister, Donnerstag der Staatssekretär, Anfang nächster Woche der Generalinspekteur. R. S.