Dem begrenzten amerikanischen Vergeltungsschlag gegen Nordvietnam folgten begrenzte türkische Luftangriffe gegen Zypern. Beide Krisen werden durch stillschweigendes Zusammenwirken von Washington und Moskau vorerst entschärft. Bonn wird für Südvietnam bestenfalls medizinische Hilfe leisten. Pankow hat Zypern angeboten, Opfer der türkischen Bombardements kostenlos in der DDR zu behandeln. Die Kriegsgefahr in Zypern und in Südostasien hat in der Bundesrepublik weder eine Angstpsychose noch Horfungskäufe ausgelöst.

Entgegen der Auffassung des wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium hält Minister Rolf Dahlgrün an seinen Steuersenkungsplänen fest. Die Bundesbahn kündigte die Erhöhung der Tarife im Berufsverkehr an. Trotz steigenden Wohlstands ist der Butterverbrauch in der Bundesrepublik im ersten Halbjahr gesunken. Die Kohlenhalden im Ruhrrevier sind im Juni weiter gestiegen. Fritz Aurel Goergen ermöglichte die Übernahme der Kasseler Henschel-Werke durch die Essener Rheinischen Stahlwerke. Gegen den Textilindustriellen Alfons Müller-Wipperfürth hat die Staatsanwaltschaft Köln Anklage wegen des Verdachtes der Steuerhinterziehung erhoben.

In seiner ersten "lswestija"-Reportage hat Alexej Adschubej seinen Besuch bei Bundeskanzler Ludwig Erhard nicht erwähnt. Nikita Sergejewitsch Chruschtschow wurde von Außenminister Richard Butler nach England eingeladen. Dem Erzbischof von Wien, Franz Kardinal König, wurde ein Visum für die Einreise nach Polen vorerst verweigert. An einem Krebsleiden starb der polnische Staatspräsident und Stalingradveteran Aleksander Zawadski. Sein Nachfolger wurde Edward Ochab, der beim Umschwung im Oktober 1956 führend mitgewirkt hat. Der italienische Staatspräsident Antonio Segni erlitt während eines Gesprächs mit Premierminister Aldo Moro einen Schlaganfall. Der Ehrenpräsident des Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik, Dr. Karl Ritter von Halt, starb an Kreislaufschwäche. Deutschlands "Wunderläuferin" Jutta Heine war bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften aus dem Tritt. Bei den internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland blieb der 25jährige Wilhelm Bungert in einem rein westdeutschen Finale und als erster Deutscher seit fünfzehn Jahren Sieger im Herreneinzel.

Der verurteilte, nach Afrika entflohene, heimgekehrte und von STERN-Reportern in Bad Neuenahr wiederentdeckte ehemalige SS-Führer Hans Walter Zech-Nenntwich hat sich in Hannover den Justizbehörden gestellt. Der ehemalige KZ-Arzt Josef Mengele wurde als paraguayanischer Staatsbürger ausfindig gemacht. Der letzte Gestapochef Heinrich Müller wird gleichfalls in Südamerika vermutet. Der Pressechef der britischen Faschisten, Martin A. Webster, wurde wegen tätlichen Angriffs gegen den Premierminister von Kenia, Jomo Kenyatta, von einem Londoner Gericht zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

"Brando vom Popelsdorfer Schloß" trat als neuer Wachhund seinen Dienst bei Konrad Adenauer in Rhöndorf an. General Charles de Gaulle wurde vom Gouverneur des einstmals französischen Staates Louisiana (US) zum Admiral h. c. ernannt.

Mit einem Hubschrauber flog Papst Paul VI. zur 700-Jahrfeier des Fronleichnamsfestes in die kommunistisch verwaltete Bischofsstadt Orvieto.

Indonesien erprobte eine russische Bodenluftrakete des Typs, der beim Abschuß von U2-Maschinen verwendet wurde. Eine endgültige Stellungnahme zur Heye-Kritik an der Bundeswehr vertagte der Verteidigungsausschuß des Bundestages auf den Herbst. Bundestagsvizepräsident Dr. Richard Jaeger wurde als möglicher Kandidat für das Amt des Bayerischen Kultusministers genannt. Wegen "Überfremdungsgefahr" wurde den deutschen Hollywoodstar Elke Sommer die Zuzugsgenehmigung für den Schweizer Ort Murten verweigert.