"Ehen zu dritt" (Italien; Verleih: Interfilm): Die Episoden-Filme häufen sich in unseren Kinos. Das Verfahren, aus drei oder vier kleinen Filmen einen langen zu machen, fordert allerdings nicht nur mehr als ein bloß vage angedeutetes gemeinsames Thema, sondern auch Einheitlichkeit des Stils und der Qualität. Allzu Disparates verstört. Vier italienische Regisseure haben sich diesmal zusammengetan, jeder steuert einen kleinen erotischen Sketch bei. Im ersten, dem von Rossi, wird ein Ehepaar von einem Jüngling verfolgt. Sie fühlt sich angebetet, gemeint ist aber er. Nino Manfredi ist ein großer Komödiant, er versteht es, der platten Geschichte eine sehr humane Dimension zu geben, einen Hauch aufgeklärter Toleranz. Elio Petri, dem wir den großartigen Film "Trauen Sie Alfredo einen Mord zu?" verdanken, gelingt in der zweiten, der besten Episode des Unternehmens eine schwarze Skizze einer zerrütteten Ehe. Sie verlangt von ihm: Nimm mich anders, nicht so wie mein Mann. Er bemüht sich wacker, spricht seine Frau auf der Straße an wie eine Fremde und klettert sogar einmal als Feuerwehrmann verkleidet in ihr Zimmer. Dennoch wird sie ihre Hemmungen nicht los, die beiden finden nicht zusammen. Hilflos sitzen sie inmitten all ihres Reichtums, hecken sich immer neue Eskapaden aus und ziehen am Ende doch zum Arzt. Die beiden letzten Episoden hingegen sind kaum der Rede wert. Monica Vitti ist ohne Antonioni wie ausgewechselt: ein bißchen eifersüchtig und recht apart, aber das ist auch alles. Monicelli schließlich versucht, eine Farce zu liefern, und bleibt stecken in einem unsäglichen Melodram um einen Käsehändler, der seine leckre Frau am Kartentisch verspielt, den Gewinner zusammen mit ihr übers Ohr haut, ihn dann aber im Affekt erschießt und vor Gericht, um den Hals aus der Schlinge zu kriegen, so tun muß, als habe dieser doch etwas mit seiner Frau gehabt. U. N.