Ernst W. Graf Lynar (Herausgeber): Deutsche Kriegsziele 1914–1918. Ullstein Verlag, Berlin; 192 Seiten, 2,40 DM.

Als Fritz Fischers Buch "Griff nach der Weltmacht" vor drei Jahren veröffentlicht wurde, schien es zunächst nur die Beachtung der Fachkreise zu gewinnen. Aber seine Wirkung hat sich inzwischen ausgebreitet, heute sprechen Historiker und Laien in lebhaften Unterhaltungen von Fischers Thesen. Diese Streitgespräche werden noch lange andauern. Wer sie führt, aber auch jeder, der sich über Wert oder Unwert von Fischers Thesen zu unterrichten wünscht, dem wird dieses kleine Büchlein nützen. Es enthält neben zwei Darstellungen von Fischers Auffassungen aus seiner eigenen Hand noch (zum Teil gegensätzliche, zum Teil zustimmende) Aufsätze aus den Federn von Hans Herzfeld, Gerhard Ritter, Rudolf Neck, Fritz T. Epstein, Michael Freund und Golo Mann. Wir können uns keine bessere Einführung in den Streit um Fischer denken.

Aber warum in einem Büchlein, das von lauter Historikern geschrieben worden ist, Bethmann Hollweg immer wieder mit einem Bindestrich zwischen den beiden Teilen seines Namens auftaucht, das erfährt man nicht. H. H.