WESTDEUTSCHER RUNDFUNK

Mittwoch, den 12. August, die Sendung:

Hans Gresmann sprach – erstmals in dieser 14-Tage-Sendung, die Peter Bender schon seit geraumer Zeit mit sportlicher Fairneß redigiert, einer Veranstaltung von geradezu klassisch liberaler Perspektive (ist es ein Wunder, daß sich in unserer Gesellschaft das wirtschaftliche Konkurrenzdenken auf die große Politik überträgt?). Gresmanns Vortrag dürfte jedoch dem Schiedsrichter des Wettkampfs der Systeme, dem Redakteur Bender, Verlegenheit bereitet haben. Erläutert wurde die machtpolitische Interessenlage nach dem Konflikt in Nordvietnam. Lobenswert übersichtlich analysierte Gresmann eine höchst unübersichtliche Entwicklung, und der "sogenannte Ostblock" wie der "sogenannte Westen" wurden relativiert wie einst die "sogenannte DDR". Wenn jetzt aber die UdSSR, USA und China gleichermaßen um die Wette kämpfen, sei der WDR-Veranstalter Bender daran erinnert, daß seine Konkurrenzregeln nicht feststehen: Der Untertitel der Sendereihe ist bereits überholt ("Beiträge zur Auseinandersetzung zwischen Ost und West").

Am Mittwoch vergangener Woche verlas der Autor sein Manuskript. Er hätte es besser gesprochen. D. K.