Schweinemast mit Nikotin

Wie man Schweine dazu bringen kann, mehr Fleisch und weniger Fett anzusetzen, wollte der kanadische Landwirtschaftswissenschaftler Dr. Hugh M. Cunningham herausfinden. Nach siebenjährigen Studien hat er jetzt ein brauchbares Verfahren ausgearbeitet. Er mischt den Schweinen Spuren von Nikotin ins Futter; genauer: von Nikotinsulfat, einer schwefelhaltigen Nikotinverbindung.

Cunningham ging von der Erkenntnis aus, daß das Nebennierenrinden-Hormon Adrenalin Körperfett für den Aufbau von Eiweiß zu mobilisieren vermag. Injektionen von Adrenalin wirkten jedoch nur jeweils wenige Stunden. Der Forscher entdeckte, daß Adrenalin, kombiniert mit Maisöl, länger vorhält. Schweine, denen diese Mischung sechs bis neun Wochen lang täglich eingespritzt wurde, setzten mehr Fleisch und weniger Fett an.

Aber dieses Verfahren war für die praktische Landwirtschaft unbrauchbar. So suchte der Forscher nach einer Substanz, die mit dem Futter aufgenommen wird und Adrenalin im Körper mobilisiert. Nikotinsulfat, das im Tierkörper schnell abgebaut wird, erfüllte diese Aufgabe am besten.

Die damit behandelten Schweine erbrachten 1,3 bis 1,7 Dollar mehr Gewinn als unbehandelte Tiere – bei gleichem Aufwand für Futter. Das Nikotinsulfat kostete drei Cent pro Tonne Futter.

Mit der Entwicklung wächst die Neugier

Neugier bei Tieren war das Studienobjekt des Zoologen A. Wünschmann von der Universität Münster. Wünschmann stellte fest, daß Tiere um so neugieriger sind, das heißt, um so eher geneigt, neue Reize gewohnten vorzuziehen, je höher entwickelt sie sind. Die Neugier nimmt zu mit der Differenziertheit des Zentralnervensystems.