Gelten lassen ist schwerer, als sich begeistern.

Hugo von Hofmannsthal

Vor kurzem wurde vom London Symphony Orchestra die Zehnte Sinfonie von Gustav Mahler uraufgeführt – dreiundfünfzig Jahre nach dem Tode des Komponisten. Er hatte sie unvollendet zurückgelassen; neben dem Adagio des ersten Satzes waren nur die generelle Struktur und die melodische Linie ausgearbeitet. Deryck Cooke unternahm es jetzt, die unvollendeten Passagen auf Grund von vergleichbaren Elementen in Mahlers anderen Werken zu vervollständigen. Der Berichterstatter der Times meinte nach der beifällig aufgenommenen Aufführung des neuen alten Werkes: das Bild des Künstlers selbst werde künftig aus einer veränderten Perspektive gesehen werden müssen.

Sündenfall für zwei Millionen

Carlo Ponti und Ira Steiner haben die Filmrechte an Arthur Millers Drama "Nach dem Sündenfall" gekauft und zwei Millionen Mark dafür bezahlt. Das autobiographische Stück erregte bei der New Yorker Uraufführung nicht nur Aufsehen, sondern auch Empörung, weil Miller in der Rolle der Maggie seine Frau Marylin Monroe konterfeit hatte. Im Film wird nun Sophia Loren die Maggie spielen; die Regie soll Fred Zinnemann führen.

Sein und ihr Haar

Während Jacques Estérel sich in Paris bemüht, die Frau grundlegend zu verschönern und sie deshalb von ihrer Haarpracht befreit, schlägt man in England einen ganz anderen Modeton an: Byronlocken und gelbe Schleifen für die männliche Jugend. Ein englischer Psychiater, der den Startschuß für dieses Unternehmen gab, erklärte, die Wurzel dieses Langhaarfimmels entstamme dem Wunsch der Jugendlichen, eine Überidentifikation mit ihren Müttern herbeizuführen.