Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft fragte einen "repräsentativen Querschnitt", ob man in der Bundesrepublik kommunistische Zeitungen verkaufen solle, wenn die DDR westdeutsche Periodika einführt. Das Ergebnis der Umfrage: Nur sieben Prozent der Befragten hatten Einwände gegen einen Zeitungsaustausch. Eine Mehrheit der Befragten wünschte, daß sogar dann Ost-Zeitungen in die Bundesrepublik hereingelassen werden, wenn die Machthaber im anderen Teil Deutschlands die westlichen Blätter nicht frei verkaufen lassen, sondern nur einem "kleinen, ausgewählten Kreis" zugänglich machen. Gegen ein solches Zugeständnis waren etwas mehr als ein Drittel der Befragten, darunter mehr SPD-Anhänger (39 Prozent) als Wähler der CDU/CSU (35 Prozent).

Es hat den Anschein, als hätten die Staatsbürger größeres Vertrauen in die Demokratie und hielten mehr von politischer Liberalität als viele ihrer Repräsentanten. K. H.