Der US-Senator John Stennis und Radio Peking waren sich ausnahmsweise einig: Die US-Militärhilfe für den Kongo könnte wie in Südvietnam der erste Schritt zu einem neuen unerklärten Krieg werden. Noch hält sie sich in Grenzen: Vier Riesentransportflugzeuge vom Typ C 130 Hercules, die 90 Soldaten auf einmal befördern können, drei Hubschrauber, etliche Fernaufklärer aus dem Zweiten Weltkrieg und 42 Fallschirmjäger. Die Soldaten sollen nur Bewacher sein, aber sie dürfen, ebenso wie die Hubschrauber-Besatzungen, in Notwehr schießen.

Für die Fernaufklärer hat Ministerpräsident Tschombe weiße Südafrikaner als Piloten und Bodenpersonal angeheuert. Zugleich bat er die Regierung von Senegal, Liberia, Äthiopien, Nigeria und Madagaskar um Soldaten. Es ist fraglich, ob sie bereit sind, sich für den in Afrika verhaßten Tschombe aufzuopfern.

Ebenso wie Tschombe will nun auch der "Nationale Befreiungsrat", das Rebellenkomitee in Brazzaville, ausländische Freiwillige anwerben. Noch undurchsichtig bleibt die von den USA behauptete Mitwirkung chinesischer Agenten. Anders als die Amerikaner sehen die Belgier in der Rebellion nur ein Symptom des überhitzten afrikanischen Nationalismus.

Washington begründet sein Eingreifen nicht nur mit den Chinesen. Es will auch verhindern, daß abermals die UN zur Befreiung des Kongo aufgerufen wird. Die letzte UN-Aktion im Kongo brachte die Weltorganisation dem Bankrott nahe, so daß die USA einen hohen Anteil an Schuldverschreibungen übernehmen mußten, um die UN zu retten.