Drei laotische Prinzen, Mitglieder einer weitverzweigten königlichen Familie, aber auch Vertreter der drei weltpolitischen Tendenzen, beraten in einem Schloß bei Paris über die Wiedervereinigung ihres Landes. Es ist seit zehn Jahren ihre sechste Konferenz im Ausland. Ihr Versuch, eine gemeinsame Regierung von Rechtsparteien, Neutralisten und Kommunisten zu bilden, endete immer wieder im Dschungelkrieg. Heute behauptet sich die Regierung in Vientiane nur mit Hilfe von Flugzeugen, die die Amerikaner liefern, aber nicht lenken, gegen die kommunistisch gesteuerte Pathet-Lao-Bewegung. Keiner der Berichte aus Laos erlaubt ein sicheres Urteil darüber, wie weit weltpolitische Gegensätze und wie weit der Familienstreit die Lage bestimmen.

Die französische Diplomatie hat diese Konferenz zustandegebracht. Wenn sich die drei Prinzen einigen, wird fast automatisch eine neue Genfer Konferenz der 14 Mächte folgen, denen de Gaulle auch die Neutralisierung Vietnams übertragen möchte. Die Laos-Konferenz ist ein Markstein auf dem Weg, auf dem die USA zu Verhandlungen mit China gezwungen werden sollen.