Die Mecklenburgische Hypotheken- und Wechselbank, 1870 mit Sitz in Schwerin gegründet und im vergangenen Jahr nach Lübeck verlegt, wird im kommenden Frühjahr nach Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten das Neugeschäft wieder aufnehmen. Auf Beschluß der Hauptversammlung wird der künftige Sitz des Instituts Hamburg sein. Mehrheitsaktionär ist die Mecklenburger Bank, die 57 Prozent des Aktienkapitals besitzt. Sie hat sich mit einer Gruppe niedersächsischer Versicherungsgesellschaften zu einem Pool zusammengeschlossen und sich damit offensichtlich eine Rückendeckung für den erfolgreichen Start ihrer Tochter, der Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank, verschafft. Die Versicherungen dürften sowohl als Abnehmer für die herauszugebenden Pfandbriefe als auch als Vermittler für Hypotheken in Frage kommen.

Die Bank, die sich künftig Norddeutsche Hypotheken- und Wechselbank (vorm. Mecklenburgische Hypotheken- und Wechselbank) nennen wird, will daneben unter Ausnützung des ihr zustehenden Privileges einer "gemischten" Bank auch Spar- und Girokonten führen und Mittelstands-, Zwischen- und persönliche Kleinkredite gewähren. Damit wäre sie im norddeutschen Raum das einzige private gemischtwirtschaftliche Bankinstitut.

Die Kapital Verhältnisse sind jetzt geklärt worden. Nach einer Zusammenlegung von drei Millionen Reichsmark auf eine Million DM wird das Kapital wieder auf drei Millionen erhöht. Die jungen Aktien werden zum Kurs von 125 Prozent angeboten werden. Außerdem ist ein "genehmigtes" Kapital von einer Million geschaffen worden. Es ist geplant, die Aktien des Instituts an der Hanseatischen Wertpapierbörse einzuführen. -ndt