Von Werner Höfer

Ein Cäsar-Kopf ohne Cäsaren-Wahn, aber auch ohne den Lorbeer, den er sich im Vorjahr verdient hat, und von dem am Vortag ein Blatt verlorenging: Georg (Schorsch) Knöpfle hat den 1. FC Köln zur ersten Meisterschaft in der Fußball-Bundesliga geführt; am ersten Spieltag des zweiten Jahrgangs hat sein Verein jedoch gegen die Außenseiterin aus Berlin, die "Hertha", verloren.

"Das fing ja gut an, Herr Knöpfle!"

"In der Tat! Dieser K. o. in der ersten Runde hat meine Mannschaft auf heilsame Weise geschockt."

"Das erste Jahr der Bundesliga wird vielleicht in die Fußballgeschichte eingehen als das Jahr der ‚Trainer-Krisen‘. Es gab zwar keinen Knöpfle-Fall; aber zwischen Nürnberg und Dortmund rollten Trainer-Köpfe. Ist es die Tragik des Trainers, bei Erfolgen als Wunderknabe und bei Mißerfolgen als Prügelknabe dienen zu müssen?"

"Es kann sein, daß manche Kollegen in diese tragische Situation geraten sind. Das mag aber auch daran liegen, daß die Vereine – Vorstand wie Mannschaft – die Zeichen der Zeit nicht verstanden haben. In der Bundesliga weht ein harter Wind, und für die neue Saison stehen die Zeichen sogar auf Sturm."

"Wie die wirtschaftlichen Probleme eine Mannschaft belasten können, konnte man am Schicksal Schalkes ablesen. Muß der Erfolgstrainer seine Arbeit ähnlich auffassen und anpacken wie der Erfolgsmanager: hart, unsentimental, auf ‚efficiency‘ bedacht?"