„Ach diese Frauen“ (Schweden; Verleih: Nora): Ingmar Bergman macht es denen leicht, die seiner überdrüssig sind. Seine Verehrer, das steht zu fürchten, werden wieder auf den Leim kriechen, den ihnen der Pastorensohn diesmal ausstreicht, denn alle Ingredienzien, aus denen er so gefällig seine Filme braut, sie sind brav versammelt: Kunst und Leben, Liebe und Tod, Geisteslust und Fleischespein, Fleischeslust und Geistespein, Frauen und Mönche, Asketen und Lustbolde. Wenn man es nicht so genau nimmt. Nur zeigt er diesmal die Kehrseite des „Schweigens“ her, eine bunte Klamotte, aber auch um die ewigen Dinge. Es geht um einen Maestro des Cellos, seine zahlreichen Frauen und um einen äffischen Schreiberling, der vom Ruhm des Meisters und von seinen Frauen nascht. Die schalen Verwicklungen, die sich herbeischleppen, spielen irgendwo und irgendwann. Das wenigstens hat dieser Film mit seinen Vorgängern unmittelbar gemein. Schön, denkt man zunächst, daß der Magier mal Ferien macht und sich neckisch gibt statt umflort. Denn die ersten drei Minuten sind noch ganz nett. Danach wird es langweilig. Es ist traurig zu sehen, wie kurzatmig der große Bergman, kaum von der Kanzel herunter, auf einmal wird. Sein Dämon entpuppt sich als Gartenzwerg. Er erspart uns nichts, nicht den Zwicker und nicht die langen Unterhosen. Es gibt Schlagsahne auf die Damen und ein unfreiwilliges Feuerwerk, Charleys Tante und Hulot. Garniert mit ein paar lahmen Anzüglichkeiten (die wippende Zigarre, die unvermeidlichen Pistolenschüsse und, erstmals im Oeuvre, einen aufblasbaren Gummischwamm) und müden Mätzchen (Stopptricks, Zwischentitel wie: Zwei Tage früher, oder: Das Feuerwerk ist nicht symbolisch zu verstehen). Bergman soll gesagt haben, dieser Film sei seine erste wirkliche Komödie. Wehmütig erinnern wir uns mancher hübschen Stelle aus „Das Lächeln einer Sommernacht“ und können nur hoffen, daß er scherzte. Oder, daß halt seine erste auch seine letzte Komödie bleibt. U. N.