ULM (Kunstverein):

"13 Konkrete"

Im Mittelpunkt steht Friedrich Vordemberge-Gildewart, der seit 1954 an der Hochschule für Gestaltung in Ulm lehrte und 1962 gestorben ist. Er war unbestritten der führende deutsche Repräsentant jener Richtung, die schon seit Mondrian mißverständlich als "konkrete Kunst" bezeichnet wird, obgleich ihre Anhänger sich zur Abstraktion in ihrer strengsten Observanz, dem Konstruktivismus, bekennen. Sie sind Puritaner, sie glauben an die ordnende Kraft des rechten Winkels und der Geometrie, ihre gebauten Bilder wollen das tektonische Prinzip der Welt im begrenzten Spielraum variabler Form- und Farbwerte repetieren. Bei allem Respekt vor der konsequenten und kompromißlosen Lebensleistung eines Vordemberge – die Frage, ob konkrete Kunst nicht schon mit der "Stijl"-Bewegung ihre Möglichkeiten ausgeschöpft hat, ob sie heute noch als ein lebendiger künstlerischer Faktor gelten kann, wird auch von seinem Werk nicht eindeutig beantwortet. Außer ihm und einigen seiner Schüler sind in Ulm eine Schweizer und eine Hamburger Gruppe vertreten. Zu den Schweizern gehören Camille Graeser, Richard P. Lohse und Karl Gerstner, der mit seriellen, veränderlichen Bildquadraten Geometrie und Kinetik zusammenbringt. Max H. Mahlmann, Gudrun Piper und Joachim Albrecht, ein auf vielen, auch ausländischen Konstruktivistenausstellungen bewährtes Team, vertreten die Hamburger Gruppe. Die Bilder der 13 Konkreten hängen bis zum 6. September im Ulmer Rathaus.

KÖLN (Diözesan- und Wallraf-Richartz-Museum):

"Die Heiligen Drei Könige"

Zwei Ausstellungen erinnern an das Dreikönigsjubiläum, das Köln am 24. Juli feierte – seit 800 Jahren ruhen die von Kaiser Barbarossa erbeuteten Gebeine in Köln. Der restaurierte und auseinandergenommene Dreikönigsschrein ist zur Zeit im Diözesan-Museum ausgestellt, zusammen mit thematisch vergleichbaren Werken romanischer Sakralkunst. Die Gegenüberstellung mit dem Marienschrein von Nikolas von Verdun soll die alte kunsthistorische Streitfrage klären, ob der Goldschmied aus Verdun mit dem Meister des Kölner Schreins identisch ist. Das Wallraf-Richartz-Museum gibt im Kupferstichkabinett eine Übersicht über "Die Anbetung der Heiligen Drei Könige in der Graphik seit Schongauer", eines der beliebtesten Bibelmotive mit einer ungeheuren Variationsbreite, was formale Erfindung, exotische Physiognomien und ornamentales Beiwerk betrifft, bis in die Gegenwart, bis zu den Blättern von Rohlfs und Nolde. g. s.