FÜR Leser, die mit- und nachdenken –

Jean Fourastié: "Die große Metamorphose des 20. Jahrhunderts", aus dem Französischen von Anja und Klaus Recht; Econ-Verlag, Düsseldorf; 328 S., 18,– DM.

ES ENTHÄLT Vorträge, Zeitschriftenartikel und eine Fülle von kleineren und größeren Gedankensplittern (gezählt: 192), in denen, der französische Soziologe (Jurist, Volkswirt und Philosoph in einer Person) die menschliche Situation im einzelnen, die Welt im ganzen zu begreifen sucht. Es sind einfach Gedanken, Überlegungen und Spekulationen, die sich mit volkswirtschaftlichen, psychologischen, literarischen, mathematischen und ethischen Fragen beschäftigen; keine Antworten, sondern Anregungen.

ES GEFÄLLT, weil Jean Fourastié den Leser bewußt zum Mitarbeiten zwingt. Ob Monsieur Fourastié nun beim Zuschauen, wie ein Arbeiter einem Lehrling Anweisungen erteilt, über das Mißtrauen den Intellekuellen gegenüber sinniert oder ob er bei der Lektüre von Brechts "Galilei" nach den Helden und ihrer Notwendigkeit für ein Land fragt – man ist genötigt, die Gedankenkette nachzudenken, auch wenn man des öfteren zu ganz anderen Schlüssen gelangt als der Autor. Kurz, reizvolle Anmerkungen zum Bilde des Menschen und seines Universums. H. K.