Als Organisator dieses Terrors bekennt sich der ehemalige Innsbrucker Universitätsassistent Dr Norbert Burger, der sich seit dem 21. Juni in Graz in Haft befindet. „Ich habe mich im vollen Bewußtsein der von mir zu tragenden Verantwortung... zu meiner führenden Teilnahme am Südtiroler Freiheitskampf bekannt!“ schrieb er 1963 an Österreichs Bundespräsidenten Schärf, wobei er nicht vergaß, zu betonen, daß er „als Hauptbeschuldigter zur Stelle“ sein volle, sobald der Schwurgerichtsprozeß gegen die Südtiroler Freiheitskämpfer in Österreich beginnen werde. Burger hielt sich, als er dies schrieb, in Bayern auf, wo er neue Unternehmungen organisierte.

Die sind die wichtigsten Aktionen des nach Südtirol importierten Terrors:

September 1961: Vier österreichische und drei deutsche Studenten werden in Italien nach einer Serie primitiver Anschläge mit Molotow-Cocktails verhaftet. Alle bleiben bis Ende 1963 in Haft. Als Hintermänner und Auftraggeber nennen sie im Prozeß in Rom Burger und den Diplomkaufmann Günther Schweinberger.

Georg Klotz geht im September 1961 mit einigen Studenten der Wiener Burschenschaft „Olympia“ ins Passeiertal, um Hochspannungsmaste zu sprengen und einen Militärposten zu überfallen.

Im Dezember 1961 wird die Burschenschaft „Olympia“, der Burger, Schweinberger und manche der in Rom verurteilten Attentäter angehören, wegen „neonazistischer“ Verseuchung vom österreichischen Innenministerium aufgelöst.

Im Februar 1962 wird der Diplomkaufmann Peter Kienesberger, Angehöriger einer sudetendeutschen Wiener Burschenschaft, mit einem VW-Bus voller Sprengstoff und „nationaler“ Studenten am Brenner verhaftet.

Im Oktober 1962 fährt der inzwischen freigelassene Kienesberger mit Herbert Kühn (Jugendkameradschaft der DRP, „Gesamtdeutsche Jugend“) und den deutschen Studenten Heinz und Fritz Bünger zu einer Attentatstour nach Italien; der Anschlag im Bahnhof von Verona fordert einen Toten und zwanzig Verletzte. (Kühn wurde Ende Februar 1964 von einem Schwurgericht in Ostberlin wegen verschiedener Attentate zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt; in Italien ist gegen ihn ein Verfahren anhängig.)