Wirtschaft

Isabella - ein mexikanisches Märchen

Auf dem Gelände der ehemaligen Borgvard- Werke in Bremen Sebaldsbrück geht es drunter und drüber. Mieten und Löhne werden nicht bezahlt, Arbeiter ausgesperrt, Maschinen beschlagnahmt.

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DIE ZEIT

Wenn Erhard weiß, was er will...

Man sollte sich über die Koalitionskrise der letzten Woche nicht allzusehr erregen. Sie wird nicht die letzte sein; Koalitionszwiste sind natürliche Begleiterscheinungen von Koalitionsregierungen.

Abdankung auf Raten?

Um die Außenpolitik der Bundesregierung stünde es besser, wenn der Kanzler nur die richtigen Ratgeber und, vor allem, den richtigen Minister hätte – dies ist das ständig wiederkehrende Argument jener Politiker und Publizisten, denen die ganze Richtung in Bonn nicht mehr paßt.

Der zweite Mauerdurchbruch

Acht Monate, zwei Dutzend Ost-West-Sitzungen und eine Handvoll Bonner Koalitionskrisen hat es gedauert, bis ein neues Passierschein-Abkommen unter Dach war; jedenfalls hatte es Mitte dieser Woche den Anschein, daß die Hürden endlich genommen und neue Hindernisse nicht zu erwarten seien.

Tour für France

An der Westküste des lateinamerikanischen Subkontinents hinunter, an der Ostküste wieder hinauf, von Caracas über Buenos Aires nach Recife, 30 000 Reisekilometer, ein paar Dutzend Reden, 50mal täglich heraus aus dem Automobil und wieder hinein, vier Stunden Stehen pro Tag und, so schätzt das Protokoll, 300 Hände schütteln – wahrhaftig, die Südamerika-Tour des 73 jährigen Charles de Gaulle ist keine gemütliche Höflichkeitsvisite.

Goldwaters Agitator

Bei Wahlreden stellt sich William E. Miller, Vizepräsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei Amerikas, gelegentlich auf eine Kiste mit der Aufschrift „Goldwater“.

Zeitspiegel

Über einen neuen Schritt zur Verbesserung der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen wird in Washingtoner Diplomatenkreisen gemunkelt.

Freiplatz für Franz Josef Strauß

Unser Satiriker Wolfgang Ebert hatte in Nummer 36 der ZEIT vorgeschlagen, man solle ein Konto zum Besten des Politikers Strauß einrichten; Stichwort „Freiplatzspende – die gute Tat“.

Revision auf leisen Sohlen

Der erste Eindruck in Prag: Noch nie habe ich so viel Menschen, sei es am frühen Morgen, sei es am späten Abend, über die Bürgersteige der Hauptstraßen wandern sehen.

Johnson liegt weit vorn

Vom Düsenflugzeug stieg Senator Barry Goldwater diese Woche auf die Eisenbahn um – zu einer Whistlestop-Tournee, die eine zwar altertümliche, aber noch immer beliebte Form ist, den amerikanischen Wähler auf dem flachen Land anzusprechen.

Kopf an Kopf in England

’They ‘ re off!“ verkündeten die Londoner Abendblätter in Balkenlettern. Der Ruf ertönt sonst vieltausendstimmig beim Start eines Pferderennens, aber die Schlagzeile bezog sich diesmal auf die Nachricht, daß die Königin die Auflösung des Unterhauses ausgesprochen hätte und die Parlamentswahlen – wie seit Wochen erwartet – am 15.

Beamte an der Leine

In der ZEIT vom 4. September haben wir von dem Erlaß des Schleswig-Holsteinischen Kultusministers berichtet, nach dem alle Angehörigen des öffentlichen Dienstes Privatreisen in „Ostblockstaaten“ (einschließlich Jugoslawiens) vorher anzeigen und bei Reisen zu Tagungen und öffentlichen Veranstaltungen vorherige Genehmigung beantragen müssen.

Wolfgong Ebert:: Die Kündigung

„... natürlich war ich außer mir. Ich schäumte“, sagte Willibald G., der in verantwortlicher Stellung an einem deutschen Sender tätig ist, „auch die Kollagen waren sehr aufgebracht.

Wer nicht schießen will...

Walter Ulbricht hat für eine Überraschung gesorgt: In der DDR wurde die Wehrdienstverweigerung anerkannt... Wer künftig „aus religiösen oder ähnlichen Gründen den Wehrdienst mit der Waffe ablehnt“, muß „Wehrersatzdienst“ in einer der neugeschaffenen „Baueinheiten“ leisten.

Papst Paul VI. – ein konservativer Herrscher

Während die 2500 Konzilsväter sich Anfang voriger Woche zur ersten Arbeitssitzung in St. Peter versammelten, um über das vorletzte Kapitel des Schemas „über die Kirche“ zu diskutieren, gab das vatikanische Pressebüro die Nachricht frei, daß der Heilige Stuhl nach langen.

Opportunist und Weltverbesserer

Mit 27 Jahren war der gelernte Buchdrucker Otto Grotewohl Minister in Braunschweig; seine sozialdemokratischen Parteifreunde sagten dem tüchtigen jungen Politiker eine große Karriere voraus.

Bethmann Hollweg, Augstein und die Historiker-Zunft

In der vorletzten Woche hatte SPIEGEL-Herausgeber Rudolf Augstein eine Studie des Kieler Historikers Karl Dietrich Erdmann über Reichskanzler von Bethmann Hollweg, die zuerst in der ZEIT veröffentlicht wurde, kritisch analysiert.

Von ZEIT zu ZEIT

Durch beschwichtigende Erklärungen von beiden Seiten wurden die jüngsten Bonner Koalitionsrisse übertüncht. Als Verfasser des mit „P.

Wahlen im hohen Norden

Auch nach den Wahlen am Wochenanfang sind die Sozialdemokraten in Dänemark und Schweden die stärkste Partei geblieben. Das innerpolitische Kräftefeld hat sich jedoch ein wenig zu ihren Ungunsten verschoben.

Krisen-Panorama

Fünf Krisen, die den Sommer über die Welt beunruhigten, werden auch die Temperaturen des Herbstes bestimmen: Vietnam, Laos, Malaysia, Kongo und Zypern.

De Gaulle reist gefährlich

General de Gaulle ist es gewohnt, gefährlich zu leben. Ungeachtet aller Warnungen will er auf seiner 32 000 Kilometer langen Reise durch Südamerika, die am Montag in Venezuela begann, selbst jene Länder nicht auslassen, in denen die OAS-Rebellen Zuflucht gesucht haben.

Namen der Woche

Karl Dönitz, Großadmiral a. D. und letztes Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches, wurde im italienischen Kurort Monsummano Terne von Fotoreportern verfolgt und von jugendlichen Demonstranten in seiner Ruhe gestört.

Nebel über Tongking

Nacht und Nebel lasen über dem Golf von Tongking. Nebulos waren auch die Berichte über den neuen Zwischenfall in den Gewässern vor der Küste Nordvietnams.

Die „Braunen“ von Südtirol

Am 8. September 1964 wurde in einem Heuhaufen auf der Stieralm oberhalb Saltaus im Passeiertal Luis Amplatz im Schlaf erschossen.

Römische Kabale

Auch nach dem christlich-demokratischen Parteikongreß in Rom bleibt die Politik der Democrazia Cristiana ein Buch mit sieben Siegeln.

Von der Liebe zur Wahrheit

An die klein gedruckte Notiz in der „Frankfurter Zeitung“, in der mitgeteilt wurde, daß Sigmund Freud am 23. September in London verstorben sei, erinnerte ich mich noch gut.

Die ungewollte Republik

Während das Verhalten des deutschen Katholizismus gegenüber dem Dritten Reich in den letzten Jahren das Thema einiger wichtiger Arbeiten gewesen ist, hat man bis heute dessen politische Rolle in der Zeit der Weimarer Republik noch wenig Aufmerksamkeit gewidmet.

Rotchina ist anders

Die deutschen Sinologen haben sich nicht entschließen können, mit der Konjunktur Schritt zu halten. Politik, und Zeitgeschehen ist nie ihre Stärke gewesen – nicht vor fünfzig Jahren und auch heute nicht.

Sozialdemokraten

Einer der angesehensten deutschen Linkssozialisten spricht in diesem Büchlein von seinem Stolz auf den Weg der Partei und von seiner Trauer darüber, daß sie sich von den großen Vorbildern entfernt habe.

Bei Mao

Eine Deutsche kommt (1936) nach China und lernt hier die führenden Kommunisten kennen, da sie mit einem von ihnen, dem späteren stellvertretenden Außenminister, verheiratet ist.

Schlamms Selbstgespräch

Gerade in den Tagen, da der Ruf nach geistiger Erneuerung von vielen Seiten immer lauter ergeht, da Kirchen, Parteien, Staatsmänner der östlichen wie der westlichen Welt erkannt haben, daß die Menschen, gleich welcher Hautfarbe, Religion und Weltanschauung, zueinanderfinden müssen, soll der Menschheit eine Katastrophe bisher nicht gekannten Ausmaßes erspart bleiben, wäre es möglicherweise auch angebracht, die Frage auf die Tagesordnung zu bringen: Was es mit der von der Bibel verheißenen „Auserwähltheit“ des Judentums auf sich hat.

Als Dresden in Trümmer sank

Die Autorin dieser Besprechung ist eine Deutsche, die jetzt in Austin (Texas) verheiratet ist. Sie hat die Besprechung der amerikanischen Ausgabe des Buches für eine amerikanische Zeitschrift geschrieben und auf unsere Bitte für uns ins Deutsche „rückübersetzt“.

Fernsehen: Spieglein, Spieglein an der Wand...

Die Gruppe 47 tagte in Sigtuna, einer alten schwedischen Stadt. Der Leseraum, ein Volkshochschulsaal mit komfortablem Gestühl, war bläulich verraucht, draußen sah man schneeweiße Birken und herbstliche Wälder, den nördlichen Septemberhimmel und den Widerschein eines melancholischen Sees.

Duett mit einer Trompete

Debütanten wissen heutzutage meist genau, worauf es ankommt. Darum hat wohl auch Inge Britt ihr erstes Hörspiel „Duett mit einer Trompete“ genannt.

Neue Wirklichkeit noch nicht gemeistert

Woyzeck und Schwejk, dumpf der eine, pfiffig der andere, beide Strandgut eines rücksichtslosen Schicksals, haben 1961, vom deutschen Publikum bisher unbemerkt, einen Bruder oder Halbbruder bekommen.

Unser Kritiker sah:: IDOMENEO

Die Deutsche Oper am Rhein hat ihre zweite Phase begonnen. Auf den Generalintendanten Hermann Juch, der nach Zürich ging, ist Grischa Barfuß gefolgt.

Film

„Das Tagebuch einer Kammerzofe“ (Frankreich; Verleih: Fox): Luis Buñuel nähere sich wieder seinem Frühwerk, vermutete man nach seinem letzten Film („Der Würgeengel“).

Nirgendwo sonst so wie in Frankfurt

Als die Engländer in diesem Jahr eine eigene „Welt-Buchmesse“ in London machten, zitterte zwar niemand um die Frankfurter Buchmesse: Aber einige fürchteten wohl doch, daß das Londoner Unternehmen dem Frankfurter schaden könnte, so sehr es sich davon auch nach Art und Absicht unterscheiden mag.

Nestroy ein der Opernkette

Hamburgische Staatsoper 1964. Das letzte Mal gerieten die Gemüter in Parkett und Foyer in Wallung bei der Uraufführung von Kreneks Oper „Der goldene Bock“.

Brief aus Krähwinkel

Also, es war so: Die B.’s – alle schrecklich aufgeregt und furchtbar lieb wie immer – hatten mich von Tempelhof abgeholt. Bis zur Dudenstraße ging alles gut.

Die Diktatur der Vernunft

In dem fingierten Zwiegespräch, das „die Frage der Laienanalyse“ (1926) behandelte, findet sich folgende Überlegung: „Unsere Kultur übt einen fast unerträglichen Druck auf uns aus, sie verlangt nach einem Korrektiv.

Kleiner Kunstkalender

Diese systematische Übersicht über die Geschichte der Glaskunst wird aus einer einzigen Privatsammlung bestritten, der Sammlung Walther Bremen aus Krefeld, die damit zum erstenmal öffentlich gezeigt wird.

Zeitmosaik

In einer Zeit, wo die östliche Welt von Morgen her bis Abend hin ihre Heilsbotschaft fortschreitender Menschheitsentwicklung in die Breite trägt (vom Saurier zum Sozialismus), blieb es uns vorbehalten, eine Atmosphäre zu schaffen, wo das Wort Fortschritt schon von sich aus dem konkurrierenden Gelächter der bürgerlichen Intelligenzen ausgeliefert ist.

Der Mörder Clodomir

Unter den Augen des Herrn ruht das Pfarrhaus in guter Hut. Dem Pfarrhaus gegenüber wohnt ein Mörder. Der ist der schönste Mann weit umher, der gesündeste, der stärkste.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT eine an gelungenen Details reiche Schilderung der Umwelt, deren echtes Kind und unergründlichster Fremdling diese Oper ist; eine sehr ausführlich geratene Analyse ihrer Symbolik; einen gründlichen Überblick der geheimen Konventikel von den alten Ägyptern über die Rosenkreuzer bis zu den Freimaurern – alles Motive, die teils naiv, teils rätselhaft in den ebenso dilettantischen wie bühnensicheren Text Schikaneders hineinspielen und erst durch die Musik zu jener geistigen Höhe erhoben wurden, in deren Bann Goethe (der eine Fortsetzung begann) als Dichter wie als Theaterdirektor zeitlebens stand.

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