Robert S. Elegant: Rotes Dach der Welt China. Übertragung aus dem Englischen von Dieter Hamm; Droste-Verlag, Düsseldorf; 467 S., 24,80 DM.

H. S. Hegner: China Schicksal unserer Kinder. Verlag Frankfurter Societäts Druckerei, Frankfurter Bücher; 380 Seiten, 19,80 DM.

Erwin Erasmus Koch: Rotchina ist anders. Herder Bücherei, Herder Verlag, Freiburg Herder Bücherei, Band 178; 3,80 DM.

Die deutschen Sinologen haben sich nicht entschließen können, mit der Konjunktur Schritt zu halten. Politik, und Zeitgeschehen ist nie ihre Stärke gewesen – nicht vor fünfzig Jahren und auch heute nicht. Sie fürchten, einem unseriösen, flinken Journalismus zu verfallen, der ihrer Arbeitsweise und ihrer großen Tradition so sehr zuwiderläuft. Aber das Thema China durfte nicht länger vernachlässigt werden. Ein Heer von Reiseschriftstellern, von routinierten Vielschreibern und phantasiebegabten Reportern hat sich deshalb seit einigen Jahren daran gemacht, die spürbare Lücke auf dem Büchermarkt zu schließen. Seitdem ist es kein leichtes Unterfangen mehr, die verläßlichen, lesenswerten Studien aus der Flut der China-Literatur herauszufinden.

Keiner der drei zuvor genannten Autoren reicht an die Statur eines Edgar Snow oder Tibor Mende heran. Ihr Stil verrät den eilig schreibenden Tagesexperten, der zuweilen über den Daumen peilen muß, um die Kette der Argumentation geschlossen zu halten. Dennoch möchte der Rezensent der Arbeit von E. E. Koch den Zuschlag geben, da sie den verläßlichsten Überblick über die historischen und politischen Probleme des modernen China bietet.

Koch hat seit 1937 als Auslandskorrespondent im Mittleren und Fernen Osten gearbeitet; seine Bücher über Tibet und China weisen ihn als aufmerksamen und begriffsklaren Beobachter aus. Auch dieser Beitrag enthält eine Fülle von Informationen: Fragen der chinesischen Luftfahrt werden ebenso genau behandelt wie Aspekte der Atomrüstung und der kommunalisierten Landwirtschaft.

Die im Anhang abgedruckten „Sechzehn Garantien“ der Volkskommunen vermitteln ein eindrucksvolles Bild von der Wirklichkeit des chinesischen Lebens. In der elften Garantie heißt es: „Gewährung von Freizeit im Dienst der Erziehung durch die Partei und zur Selbstkritik“; und unter Nummer vierzehn wird vermerkt: „Zwanzig Gutscheine für jeweils ein kostenloses Bad, also auf zwanzig Warmwasserbäder im Jahr.“