Wolfgang Abendroth: Aufstieg und Krise der deutschen Sozialdemokratie. Stimme-Verlag, Frankfurt; 144 Seiten, 9,80 DM.

Einer der angesehensten deutschen Linkssozialisten spricht in diesem Büchlein von seinem Stolz auf den Weg der Partei und von seiner Trauer darüber, daß sie sich von den großen Vorbildern entfernt habe. Das sind für ihn immer noch Karl Marx, Friedrich Engels und Franz Mehring. Er beklagt es, daß die Partei sich in unserer Zeit an die bestehenden Machtverhältnisse weit angepaßt habe. Aber er hält noch nicht alles für verloren, er glaubt noch immer, daß der Entwicklungsprozeß umgekehrt werden könne. Die Darstellung ist klar, entschieden und leicht verständlich.

Aber sehen Autor und Verlag nicht, daß empfindliche Leser sich gestört fühlen müssen, wenn mitten im Text immer wieder Namen und Begriffe fett gesetzt sind? Der Autor darf den Lesern eines solchen Buches schon zutrauen, daß er dieser Eselsbrücken zum Verständnis nicht bedarf. G. G.