... die sogenannte wissenschaftliche Terminologie. Sie scheint gewichtig; doch recht besehen erleichtert auch sie das Geschäft des Verfassers ungebührlich, indem sie das des Lesers erschwert.

Emil Staiger

American way of life

An einem Freitag gab: die Warren-Kommission ihren Bericht über die Ermordung Kennedys frei, drei Tage später erhielt die Presse die Publikationserlaubnis. Sofort jagte der amerikanische Verlag Bantam and Corgi in einem achtstündigen Schichtwechsel 150 Setzer in den Einsatz und an die Maschinen, um den Bericht in top speed zu drucken. Resultat: ein 800 Seiten Paperback, von dem bereits am Dienstagnachmittag 100 000 Exemplare (von’ 800 000 der ersten Auflage) im Jet von Chicago in Richtung London geflogen wurden. Das Flugzeug landete in Kopenhagen. Warum? Waschküche am Londoner Flughafen, Nebel. 50 000 Exemplare des Berichts blieben in Kopenhagen zur Verteilung über den Kontinent, der Rest ging von neuem ab nach London. Peter Newman, der leitende Direktor von Corgi, stand bereits am Flugplatz, ungeduldig wartend, mit dem Stempel in der Hand, um auf die Paperbacks den englischen Ladenpreis zu drücken und die Sendungen mit verschiedenen Luftverkehrsgesellschaften nach Manchester und Glasgow und per Auto in Städte im 100-km-Umkreis von London transportieren zu lassen. Donnerstag war der ganze Spuk vorbei, der Kennedy im Paperback total ausverkauft.

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William Bradford Huie, der Autor des Buches über den Hiroshima-Piloten Claude Eatherly, das dem sonderbaren Lebenslauf des ehemaligen Air-Force-Majors nachgeht und die Legenden, die sich um dessen Reue gebildet hatten, Punkt für Punkt widerlegt (die ZEIT kam im Laufe der letzten Wochen mehrfach darauf zu sprechen), fühlt sich von Günther Anders, Eatherlys Freund und Briefpartner, zu Unrecht des Rechtsextremismus verdächtigt. Dem Wiener Zsolnay Verlag, der das Buch jetzt auch auf deutsch vorgelegt hat, übergab er seine früheren Bücher und die vollständigen Jahrgänge des von ihm eine Zeitlang redigierten American Mercury, mit der Aufforderung, alle diese Veröffentlichungen einem beliebigen Journalisten oder einem Universitätsinstitut zur unparteiischen Sichtung vorzulegen. Außerdem bot er Günther Anders an, die differierenden Ansichten privat oder öffentlich mit ihm zu diskutieren. Das Angebot wurde, ebenso wie eine entsprechende Aufforderung des österreichischen Fernsehens, von Günther Anders abgelehnt.