1. Glauben Sie wirklich, daß mit dem Verweis auf eine Fußnote des S. Fischer Verlages (zu der Lösung, die sie gibt, hat die Universität Bonn nichts beigetragen) die Stellungnahme zu dem "beschämenden Dokument" erschöpft sein kann?

2. Ist Ihnen bekannt, daß der im Vorlesungsverzeichnis für 1936/37 genannte Dekan der Ordinarius für Alte Geschichte und Orientalistik Professor Friedrich Oertel und nicht der Briefunterzeichner Obenauer war?

3. Ist es kollegial, durch Passivität daran mitgewirkt zu haben, daß die ZEIT-Redaktion noch heute Briefe erreichen, in denen steht: Fragen Sie doch nicht so dumm nach dem Dekan, wo doch "jeder weiß", daß es Friedrich Oertel war?

4. Ist noch jemandem unheimlich geworden bei der Beobachtung, daß der zur Zeit der Aberkennung des Ehrendoktors (laut Vorlesungsverzeichnis) amtierende Dekan und der Wiederverleihungs-Dekan von 1947 identisch sind (beidemal: Friedrich Oertel)?

5. Wie war es möglich, daß Obenauer, gerade erst von Leipzig nach Bonn gekommen, im Namen der Philosophischen Fakultät sprechen konnte?

6. Wer war der Rektor, mit dessen Einverständnis er sprach? Darf man sich da wenigstens auf das Vorlesungsverzeichnis verlassen?

7. Hat ein einziges Mitglied der Fakultät danach Widerspruch erhoben gegen das "beschämende Dokument", das ja auch in seinem Namen abgeschickt worden war?

8. Finden Sie es nicht alarmierend, daß die Universität Bonn zur Beantwortung all dieser Fragen seither nicht das geringste beigetragen hat, das öffentlich bekanntgeworden wäre? Wäre es nicht Pflicht der Universität Bonn, eine klärende Untersuchung einzuleiten, ehe auch der letzte Kronzeuge gestorben ist?