An der Costa Smeralda, der Smaragdküste, wie die wörtliche Übersetzung heißt, steht noch alles in den Anfängen. Aber bald, so hofft ein Konsortium von Geldmagnaten, soll aus der schlichten Sonnenküste ein Ferienparadies für Millionäre werden, mit allem, was reiche Leute nun einmal brauchen, wenn sie Ferien machen. Bisher bevölkerten arme sardische Schäfer jene Küste, bis eifrige Geschäftsleute, an ihrer Spitze Karim Aga Khan, begannen, ihnen das Land abzukaufen. Bald standen an den Sandstränden der Costa Smeralda die ersten Hotels, aber noch gibt es nur holprige Wege und schlechte Straßen, über die man sie erreichen kann. Mit einem Hubschrauber dreht Karim Aga Khan seine Runde über der Smaragdküste und betrachtet dann wahrscheinlich wohlgefällig das Land, das ihm und seinem Konsortium gehört.

Der Prinz antwortete geduldig auf meine Fragen:

"Wir besitzen 55 Kilometer Küste mit über 80 Sandstränden; darunter sind Strände mit ein, zwei Kilometer Länge. Der Landkauf war schwierig, das Land war in viele kleine Parzellen aufgeteilt, und wir mußten es kaufen, wie es eben möglich war. An einer Stelle reicht unser Besitz hundert Meter ins Land hinein, an der anderen fünf Kilometer.

Was plant das Konsortium?

"Das ‚Consorzio Costa Smeralda‘ erschließt die Küste für den Tourismus."

Für den Massentourismus?

"Es ist schon so viel Unsinn geschrieben worden über die ‚Sonnenküste der Millionäre‘. Aber so viele Millionäre, daß Sie 55 Kilometer Küste damit besetzen können, gibt’s ja gar nicht."