Neue Erkenntnisse erhoffen sich Meeresforscher von einer großen Forschungsboje, die kürzlich vor der Küste von Florida im Golfstrom, ausgesetzt wurde. Die Boje, ein flaches, tortenförmiges Gebilde von dreizehn Meter Durchmesser und zweieinhalb Meter Dicke, ist mit zahlreichen automatisch arbeitenden Meßinstrumenten, einem leistungsfähigen "Gedächtnis" für Meßdaten und einem Sender ausgerüstet, der die Meßdaten auf Abruf funkt.

Das Innere der Boje ist in acht Sektoren eingeteilt. Vier sind mit Schaumgummi gefüllt, die anderen vier enthalten die erforderlichen elektronischen Anlagen, einen Propangasmotor und die Generatoren.

Die Meßinstrumente, beispielsweise zur Erforschung von Meeresströmungen und Gezeitenbewegungen, zur Registrierung von Fischzügen und zur Beobachtung der Wetterverhältnisse, sind an der Boje selbst, an einem 13 Meter hohen Mast und an der langen Ankerkette befestigt. Der Mast trägt außerdem den Radiosender und -empfänger, er leitet die Abgase des Motors ab und führt dem Motor Frischluft zu, die frei von Salzwasserspritzern ist.

Ein Jahr lang soll die Meßboje ohne Wartung arbeiten. Zwanzig Meter hohe Wellen sowie Orkane können ihr nichts anhaben. Sie wird vorerst in nur 100 Meter tiefem Wasser erprobt, später jedoch sind Tests in Meeresregionen mit Tiefen von mehr als 6000 Metern vorgesehen. E. L.