In einem Interview mit "Bild am Sonntag" erklärte Konrad Adenauer, wie er die Situation der Bundesregierung sieht:

Mangelnde Führung "Denken Sie mal an das Hin und Her und Her und Hin: Das deutsche Volk verlangt noch meinen Erfahrungen eine klare Politik und eine klare Führung. Wenn ihm die nicht geboten wird, dem ist es unzufrieden. Ich habe mit Wahlen ziemlich Erfahrung. Das deutsche Volk zieht auch eine Klarheit die hart ist, einer Unklarheit vor, die weich erscheint... Ich sage Ihnen gerade heraus: Wenn die jetzige Bundesregierung und die jetzige Regierungskoalition wirklich schlüssig und zügig und konsequent arbeitet und Leistungen hinlegt, dann sind die Aussichten für die beiden Parteien gar nicht schlecht. Das ist allerdings die Voraussetzung.

  • Erhard, Schröder, Strauß

"Sie können nicht gut verlangen, daß ich meinen Nachfolger kritisiere. Aber bleiben wir mal beim Außenministerium. Ich hoffte, in diesen bewegten Zeiten hätte der Außenminister eine bessere Gesundheit und wäre an Ort und Stelle."

"Strauß hat eine eminente politische Begabung. Er ist klug. Sein Hindernis ist sein Temperament. Nun meine ich, man sollte das Gute von einem Menschen nehmen und dafür sorgen – jeder Mensch hat verschiedene Eigenschaften – daß das weniger Gute zurückgeht. Nicht, indem man dem Betroffenen den Schädel einhaut, sondern indem man mit ihm spricht, wie man unter Parteifreunden spricht, aber ehrlich."

  • Verhältnis Bonn – Paris

"Ich glaube, daß das Verhalten de Gaulles zum großen Teil auf die vielleicht zu kühle Behandlung zurückzuführen ist, die ihm die Bundesregierung im Juli hier in Bonn hat zuteil werden lassen. Das läßt sich ein Mann wie de Gaulle ... einfach nicht gefallen ... (wir müssen) alles tun, was wir können, um – solange de Gaulle da ist – unser Verhältnis untereinander so fest wie nur möglich zu schmieden. Das ist für uns einfach eine Lebensfrage. Jede Außenpolitik Deutschlands muß sich danach richten."