Die "Deutsche Akademie der darstellenden Künste" (Sitz Frankfurt am Main) hat, wie schon vor längerer Zeit berichtet, einen Fernsehpreis gestiftet. Der Preis, eine Plastik von Hermann Göpfert, wurde in der vorigen Woche zum erstenmal verliehen: für das Fernsehspiel "In der Sache J. Robert Oppenheimer". Ausgezeichnet wurden damit der Autor, der Regisseur und die Dramaturgen, die das Spiel am Hessischen Rundfunk gemeinsam erarbeitet hatten: Heinar Kipphardt, Gerhard Klingenberg, Bernt Rhotert und Helmut Krapp. Heinar Kipphardt nahm den Preis aus den Händen des Akademie – Präsidenten Erwin Piscator stellvertretend entgegen. Nach der Satzung der Akademie werden Werke ausgezeichnet, die "die ästhetischen Möglichkeiten und Erfahrungen des Fernsehens erweitern und bereichern". Der Hessische Kultusminister Professor Dr. Schütte, der die Schirmherrschaft der Preisverteilung übernommen hatte, hob in einer Rede hervor, daß Werk und Preis auch der politischen Bildung dienten. Kipphardt vertrat in seiner Rede (fast monologisierenden Stils) die Auffassung, das Fernsehen nutze zuwenig die Chance, ein Forum der Öffentlichkeit zu bilden. Die Aufgabe des Autors in unserer Zeit sei es, den Mitmenschen Fragen zu stellen, die sie verdrängen: "Schriftsteller haben unbequem zu sein."