Es war eine Woche der gesamtdeutschen Begegnung. Etwa 200 000 Westberliner besuchten am Wochenende ihre Verwandten in Ostberlin. Die Kontrolle an den fünf Übergängen war frei von bürokratischen Schikanen. Im Passierscheinabkommen ist eine erste Besuchsperiode von zwei Wochen vereinbart; die nächste beginnt am 19. Dezember und dauert bis zum 3. Januar.

Zum erstenmal seit Errichtung der Mauer wurde die Zonengrenze auch wieder für Bewohner der DDR geöffnet. Tausende von Rentnern kamen in die Bundesrepublik. Viele der alten Menschen benutzten die Übergänge in Berlin.

Der Minister für gesamtdeutsche Fragen, Erich Mende, erklärte: "Diese Begegnungen sind zusammen mit den Reisen von Bewohnern Westdeutschlands nach Mitteldeutschland, die in diesem Jahr zwei Millionen überschreiten dürften, ein unübersehbarer Beweis des Zusammengehörigkeitsgefühls aller Deutschen."