"Die Nackte" (Italien; Verleih: Inter-Film): Man mag zu Moravia stehen, wie man will, diese Adaption seines Romanos "La Noia" durch Damiano Damiani hat er nicht verdient. Horst Buchholz spielt den verwöhnten Sohn aus reichem Haus, der sich an der Kunst und als Bohémien versucht, Bette Davis seine juwelenrasselnde Mama, Catherine Spaak – sie ist fülliger geworden – das reife Nymphchen aus kleinen und traurigen Verhältnissen (Wohnküche, Vater stumm), deretwegen ein alter Maler einem eindeutigen Kollaps erliegt – und die auch den Buchholz umgarnt. Der schwitzt ein paarmal bei ihrem Anblick, nachdem ihm sein Zynismus nichts genutzt hat, versucht es dann mit Geld, setzt, als sie ihn nicht ehelicht, sondern munter mit einem Teenager betrügt, sein Sportcoupé an eine Mauer und wird schließlich geheilt. Von seinen Schrammen, der Noia, der Liebe und der Kunst. Damianis Interesse an der Vorlage ist gering, er nutzt sie lediglich dazu, ein internationales Geschäft versprechendes Darstellertrio in mehr oder weniger delikaten Situationen zu gruppieren. Catherine Spaak kann man das dumme Luder gerade noch glauben, aber Buchholz weder den Grafen noch den Künstler noch denleidenschaftlichen Liebhaber. So ist noch nicht mal glatte Unterhaltung draus geworden, auch die sorgfältig arrangierten Kopulationen fallen viel zu fade aus. In Dinos ärmlichem Atelier geht es so wenig aufregend zu wie im breiten Bett der gräflichen Mama. U. N.